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Der Nutzen der naturheilkundlichen Maßnahmen bei Krebspatienten

Schulmedizin und alternative Medizin können sich effektiv ergänzen. Krebs ganzheitlich behandeln!

Komplementäre Maßnahmen dienen als Ergänzungen oder Optimierungen der Krebsstandardtherapien.

Bei Krebspatienten ist die Anwendung komplementärmedizinischer (= ergänzender) Therapieverfahren weit verbreitet.  Die meisten Patienten haben den verständlichen Wunsch danach, nichts unversucht zu lassen, um eine Heilung zu erzielen. Für die meisten Verfahren fehlen jedoch noch kontrollierte Studien zu Unbedenklichkeit und Wirksamkeit. Komplementärmedizinische Therapieverfahren sind mit Nachdruck von „alternativen Therapien“, welche die erprobte Standardtherapie ersetzen sollen, zu unterscheiden. Komplementärmedizinische Therapieverfahren erheben den Anspruch, die erprobte Krebsstandardtherapie zu optimieren. Derzeit gibt es nur für einzelne komplementäre Therapieverfahren Daten aus kontrollierten klinischen Studien. Die Studien belegen deren Unbedenklichkeit und Wirksamkeit, erkennbar am Patientenvorteil, der sich insbesondere an verbesserter Lebensqualität durch Reduktion von tumor- bzw. therapiebedingten Symptomen/Nebenwirkungen zeigt.

 

Zusammenfassend können komplementäre Maßnahmen:

  • Die Nebenwirkung onkologischer Behandlungen mindern und verhindern
  • Das Immunsystem aktivieren und stärken
  • Die Wirkung von Krebsbehandlungen unterstützen
  • Abwehrstoffe mobilisieren
  • Entzündungen entgegenwirken
  • Blutwerte verbessern
  • Den Therapieerfolg verbessern
Heilpraktiker und Patient im Gespräch - alternative und komplementäre Krebstherapien im Überblick

 

Eine Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ist unerlässlich, um unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Therapiemaßnahmen zu vermeiden und mögliche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen. Viele Krebspatienten wenden zum Teil gesundheitsgefährdende alternative Maßnahmen an.

Nutzen Sie unter Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt die vielen komplementären Maßnahmen und Möglichkeiten,  um Nebenwirkungen zu lindern, Ihre Abwehrstoffe zu mobilisieren und Ihren Therapieerfolg zu verbessern.  Dabei können Ihnen Experten aus dem Bereich Naturheilkunde als wichtiger Ansprechpartner zur Seite stehen, um die richtigen komplementären Maßnahmen auszuwählen. Nehmen Sie die Unterstützung an!

 

 

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INFORMATIONEN

Komplementärmedizin vs. Alternativmedizin

 

Naturheilkunde als Alternativmedizin

Krebs alternativ heilen. Es gibt vereinzelt Therapeuten und Anwender, welche die Naturheilkunde als echte alternative Therapieform bei Krebs sehen.

Es wird davon ausgegangen, dass Naturheilkunde gleich gut oder besser wirksam ist als die Schulmedizin. Oftmals lautet das Versprechen, den Krebs „natürlich zu heilen“. Dies soll mit diversen Naturheilmitteln wie Natron erreicht werden. Jedoch gibt es derzeit keine naturheilkundliche Therapie, welche aufgrund belastbarer Daten als wirkliche Alternative zur schulmedizinischen Krebstherapie empfohlen werden kann. Es ist wichtig zu wissen, dass einzelne Anekdoten und Erfahrungen sich nicht verallgemeinern lassen. Es ist sehr fahrlässig, etwas anderes zu behaupten.

 

Naturheilkunde als Komplementärmedizin 

Eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin. Wer die eigenen Heilungschancen steigern will, tut gut daran, Naturheilkunde ergänzend zur Schulmedizin einzusetzen. Etwas ergänzend zu machen, wird unter anderem auch komplementär genannt, ein Begriff, der sich vom lateinischen Wort complementum (Ergänzungsmittel) ableitet. Derzeit gibt es eine Vielzahl an komplementären Maßnahmen, zum Beispiel den Einsatz von Selen oder Vitamin D, deren Einnahme die Heilungschancen nachweislich verbessern kann.

Evidence-Based Medicine

Krebsbehandlungen können anhand von Evidenzgraden hinsichtlich ihrer Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bewertet und eingeteilt werden. Dabei teilt die Evidence-Based Medicine (EBM), auch wissenschaftlich begründete Medizin genannt, Untersuchungs- und Studiendaten in fünf Nachweisstufen (Evidenzgrade) ein. Diese werden je nach Art der Studien und Informationsquellen vergeben.

 

Evidenzgrad I:

  • Anforderung: Randomisierte, kontrollierte Studien.
  • Erklärung: Standard für die Anerkennung neuer Arzneimittel. Belegt Unbedenklichkeit und Wirksamkeit.

 

Evidenzgrad II:

  • Anforderung: Epidemiologische Kohortenstudien.
  • Erklärung: Standard für Arznei- mittel, die bereits angewendet werden. Belegt Unbedenklichkeit und Wirksamkeit.

 

Evidenzgrad III:

  • Anforderung: Nicht randomisierte Studien, Studien ohne Kontrollgruppen
  • Erklärung: Er gibt Hinweise auf Wirksamkeit, gilt aber nicht als Beweis. Grundlage für randomisierte, kontrollierte Studien.

 

Evidenzgrad IV:

  • Anforderung: Einzelfalldarstellungen (= Kasuistiken)
  • Erklärung: Kein Unbedenklichkeits- und Wirksamkeitsnachweis. Grundlage für neue Therapieansätze.

 

Evidenzgrad V: 

  • Anforderung: Expertenmeinung
  • Erklärung: Kein Unbedenklichkeits- und Wirksamkeitsnachweis. Achtung: Selbst ernannte Experten gibt es häufig!

 

 

AKTUELLE BERICHTE

 

 

Alternative Mittel und Verfahren - Ganzheitliche Krebstherapie

Die Gefahr einer „Übertherapie“!

Viele Ärzte warnen vor einer sogenannten „Übertherapie“. Halten Sie sich daher an die Einnahmeempfehlungen Ihrer Ärzte. Eine „Übertherapie“ und die „Überdosis“ mancher komplementärer Produkte kann zu kontraproduktiven Effekten führen.

 

 

 

 

 

 

Sinnvolle Ergänzungen zur konventionellen Krebstherapie

Um die Heilungschancen bei einer Krebserkrankung zu verbessern, sind Menschen bereit, fast alles zu tun. Der Großteil der Betroffenen ist mit den Standardtherapien wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung grundsätzlich vertraut, ist aber dennoch auf der Suche nach ergänzenden Behandlungsmöglichkeiten. Oftmals führen die stark belastenden Nebenwirkungen zu einer skeptischen Bewertung der Standardtherapie. Um Krebsbetroffenen aber dennoch die Möglichkeit zu geben, sinnvolle Ergänzungen zur konventionellen Krebstherapie zu finden, bedarf es der richtigen Ansprechpartner und sachkundiger Informationen sowie Aufklärung.

Komplementäre Produkte und Ansätze - Naturheilkunde zur Unterstützung

In den folgenden Tabellen erhalten Sie eine Zusammenstellung und Bewertung der gängigsten Methoden, die derzeit als komplementäre Therapien angeboten werden. Kontaktieren Sie Ihren Experten aus dem Bereich der Naturheilkunde und lassen Sie sich unterstützen. Wichtig dabei ist es, die komplementären Behandlungen mit Ihrem behandelnden Arzt abzusprechen, da er die Wirkungen und möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten einschätzen und beobachten kann. Nur dadurch lässt sich eine individuelle, auf den Einzelnen zugeschnittene Krebsbehandlung entwickeln, welche bestmögliche Heilungschancen bietet und zugleich dem Bedürfnis nach guter Lebensqualität entspricht.

 

 

Wirksamkeitsgeprüfte lebensmittelbezogene komplementäre Maßnahmen

Um einen guten Allgemeinzustand und Lebensqualität aufrecht zu erhalten, ist eine ausgewogene Ernährung im Verlauf einer Krebserkrankung eine wesentliche Voraussetzung. Ein guter Ernährungszustand ermöglicht die optimale Durchführung von Standardtherapien und verbessert somit die Heilungschancen. Aus diesem Grund sollte eine Ernährungsoptimierung ein zentraler Bestandteil im Therapiekonzept sein. Weitere Informationen und Tipps zur Ernährungsoptimierung erhalten Sie hier.

ACHTUNG:

Halten Sie Abstand von sogenannten „Krebsdiäten“. Oftmals wird vorgegeben, dass diese gegen Krebs vorbeugen oder gar heilend wirken. Derzeit wurde für keine dieser Diäten eine wissenschaftlich akzeptable vorbeugende oder therapeutische Wirkung bewiesen. Viele dieser Diäten beeinträchtigen hingegen die Lebensqualität und können aufgrund der teilweise stark eingeschränkten Lebensmittelempfehlungen sogar Mangelerscheinungen hervorrufen.

Neben der Fehlernährung ist Bewegungsmangel ein gesundheitspolitisches und ökonomisch ernstzunehmendes Problem, welches mitverantwortlich für verschiedene Zivilisationskrankheiten ist. Körperliche Aktivität wird eine wichtige gesundheitliche Bedeutung in Verbindung mit Krebserkrankungen zugeschrieben, die wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Das Erkrankungsrisiko für manche Krebsarten kann durch regelmäßiges Ausdauertraining in mittlerer Intensität reduziert werden. Gezielte körperliche Aktivität kann zu einer Risikoreduzierung bei medizinischen Nebenwirkungen und Komplikationen, zu einer Verbesserung der psycho-physischen Stabilität, zu mehr Lebensqualität und zu einem verbesserten medizinischen Therapieerfolg führen. Weitere Informationen und Tipps zur Trainings- und Bewegungstherapie erhalten Sie hier.

Krebserkrankte und Angehörige sind zum Zeitpunkt der Diagnose und im späteren Verlauf der Therapie meistens einer Vielzahl an psychischen Belastungen ausgesetzt. Viele Betroffene und Angehörige profitieren während und nach dieser Zeit von unterstützenden Maßnahmen, wie sie von psychosozialen Krebsberatungsstellen oder Psychoonkologen angeboten werden. Eine heilende Wirkung ist von psychoonkologischen Maßnahmen nicht zu erwarten. Derzeit ist auch noch kein Zusammenhang von psychischer Belastung und der Entstehung oder dem Wiederauftreten von Krebs bewiesen. Jedoch ist nachgewiesen, dass eine gute seelische Balance einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität hat. Daher spielt die Psychoonkologie eine wichtige Rolle im ganzheitlichen Behandlungskonzept. Weitere Informationen und Tipps zu psychologischen und psychoonkologischen Maßnahmen erhalten Sie hier.

Tipp: 

Beginnen Sie mit der psychoonkologischen Beratung oder Behandlung zeitnah zur Diagnosestellung. Oftmals ist es auch noch nach Beendigung aller Therapiemaßnahmen sehr sinnvoll.

 

 

Verschiedene Pflanzen im Überblick - Naturheilkunde unterstützt Krebstherapie

 

 

Wirksamkeitsgeprüfte komplementäre Behandlungsmöglichkeiten

Bromelain (aus Ananas) und Papain (aus Papaya) sind pflanzliche, Eiweiß spaltende (= proteolytische) Enzyme. Bislang sind die Bestandteile und Basismechanismen, welche die Wirksamkeit bestimmen, nur teilweise erforscht. Jedoch sind entzündungshemmende, abschwellende sowie gerinnungshemmende Aktivitäten experimentell und klinisch belegt. Zu unterscheiden sind:

Monoenzyme:

z. B. Bromelain (Bromelain-POS, Phlogenzym mono; Traumanase u. a.)

Enzymgemische:

Kombinationen pflanzlicher Enzyme wie zum Beispiel Bromelain mit Papain (Equizym MCA, Equinovo) sowie Kombinationen pflanzlicher Enzyme mit solchen tierischen Ursprungs wie zum Beispiel Trypsin oder Chymotrypsin (Wobe-Mucos u. a.).

Für die Enzyme wurden in Experimenten folgende Wirkungen gezeigt:

  • Immunmodulation.
  • antitumorale Aktivitäten.
  • antimetastatische Aktivitäten.
  • antiinfektiöse Aktivitäten.

Klinische Erfahrungen liegen lediglich für proteolytische Enzymgemische vor. Diesbezüglich wurden Einflüsse der Behandlung auf die Immunitätslage und die Lebensqualität belegt, hier vor allem auf die Reduktion von Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapien.

Bewertung und Empfehlung:

Die Verabreichung proteolytischer Enzymgemische als komplementärmedizinische Maßnahme zeigte in relevanten Studien mit Brustkrebs-, Darmkrebs- und Plasmocytompatienten u. a. eine signifikant verbesserte Lebensqualität bei einer Chemo-/Strahlentherapie. Es konnte eine Reduktion von Nebenwirkungen wie Schleimhautschäden und dadurch bedingten Ernährungsproblemen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust und Hautreaktionen nachgewiesen werden.

Proteolytische Enzympräparate können verabreicht werden:

  • während der Chemo-/Strahlentherapien
  • bei Entzündungen oder akuten Schwellungszuständen (z. B. nach Operationen/Verletzungen)
  • bei Gelenkbeschwerden, z. B. in Folge von Schleimhautschäden während/nach Chemo- und Hormontherapien

Anwendung:

Die Einmalgabe von täglich ca. 4.000 FIP-Einheiten (= enzymatische Aktivität) hat sich während einer Chemo- oder Strahlentherapie bewährt. Sie sollten jeweils eine Stunde vor und nach der Einnahme von proteolytischen Enzymen keine Nahrung aufnehmen.

Nebenwirkungen der Behandlung können sein:

Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen, selten Übelkeit. In der Regel benötigen die Nebenwirkungen keine spezielle Therapie. Bei starken Nebenwirkungen sollte die Einnahme der Enzyme abgebrochen werden.

TIPP:

Innovative Kombinationen wie zum Beispiel Equinovo und Equizym MCA sind therapeutisch vielversprechend und preisgünstig. Equinovo und Equizym MCA bestehen aus Natriumselenit (Selen), pflanzlichen Enzymen sowie pflanzlichen Lektinen, die auch Haut und Schleimhäute schützen können.

Für eine optimale Funktion benötigt der menschliche Organismus Mikronährstoffe (= Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe) in richtiger Zusammensetzung (= orthomolekular) und in ausreichender Menge. Dabei sind Mangelzustände in Bezug auf Mikronährstoffe bei gesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung eher die Ausnahme. Bei Krebspatienten ist zu beachten, dass vor allem während und nach der chemo-/strahlentherapeutischen Behandlung der Bedarf an Mikronährstoffen außergewöhnlich hoch ist. Dies ist meist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen auf die Erkrankung selbst, zum anderen bewirken Chemo-, Strahlen-, Hormon-, Antibiotikatherapien und deren Nebenwirkungen auf den Verdauungsapparat eine zum Teil erhebliche Bedarfserhöhung. Dieser erhöhte Bedarf ist oftmals nicht allein durch die Ernährung zu decken. Falls eine Unterversorgung an Mikronährstoffen entsteht, sollte diese durch eine gezielte Gabe von Vitamin- und Spurenelementgemischen ausgeglichen werden.

In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass ein Defizit an Vitaminen/Spurenelementen unter anderem

  • ein vermindertes Ansprechen auf Krebsstandardtherapien bewirkt.
  • mit erhöhten Nebenwirkungen der Standardtherapien einhergeht.

Bewertung und Empfehlung:

Eine an die Erkrankung und die Lebensumstände angepasste Gabe von lebensnotwendigen Mikronährstoffen (in Form bilanzierter Vitamin- und Spurenelementgemische) hat sich zum Ausgleich bestehender Mangelzustände als sinnvoll erwiesen bei:

  • Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme (bei Obst, Gemüse und Getreide).
  • erhöhtem Bedarf an Vitaminen/Spurenelementen (vor, während und nach Krebsstandardtherapien).
  • allergischen Reaktionen auf Bestandteile von Obst und Gemüse.
  • Vitamin- oder Spurenelement-Mangelerscheinungen.

Anwendung:

Bilanzierte Gemische (z. B. Careimmun) decken bei Einnahme der empfohlenen Dosierung den Tagesbedarf an lebensnotwendigen Vitaminen und Spurenelementen ab.

Nebenwirkungen:

Bei empfohlener Dosierung treten in der Regel keine Nebenwirkungen auf. Die sogenannten bilanzierten Gemische enthalten keine gesundheitsgefährdenden Komponenten und auch keine hohen Konzentrationen an Vitaminen und Spurenelementen. Daher besteht keine Gefahr, dass sie die Wirkung von Standardtherapien beeinträchtigen, sie können somit gut mit Krebsstandardtherapien kombiniert werden. Eine ausgewogene Ernährung ist dennoch ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Krebstherapie und sollte der Einnahme von Präparaten nach Möglichkeit vorgezogen werden.

ACHTUNG:

Von und vor der unkontrollierten Einnahme werbewirksam angebotener Mikronährstoffe (z. B. Dr. Rath Vitamine/Spurenelemente) oder individuellen Mischungen, die auf fragwürdigen Diagnostikverfahren beruhen, ist unbedingt abzuraten und zu warnen. Diese Präparate sind zum Teil mit hohen Kosten verbunden, selbst krebserregend beziehungsweise wachstumsfördernd für Krebszellen und können zudem die Wirksamkeit von Chemo- oder Strahlentherapie mindern. Viele „alternative Krebsmedikamente“ berufen sich auf angeblich krebsvorbeugende bzw. heilende Wirkungen von Vitaminen und Spurenelementen. Bei gesunden Menschen haben wissenschaftlich fundierte, klinische Langzeitstudien gezeigt, dass vitaminhaltige Nahrungsergänzungsmittel (z. B. mit den Vitaminen A, C, E sowie ß-Karotin) keine krebsvorbeugende Wirkung haben.

Selen ist Bestandteil von körpereigenen Enzymen und reguliert den Stoffwechsel sowie die Funktion mehrerer Organe und ist somit ein lebensnotwendiges Spurenelement. Es kann in Verbindung mit Natrium (Na) optimal als Na-Selenit vom Körper aufgenommen und in antioxidative Enzyme eingebaut werden. Bei einer Chemo- und Strahlentherapie entstehen vermehrt sogenannte „freie Radikale“, welche durch die antioxidativen, selenhaltigen Enzyme neutralisiert werden können. Bei freien Radikalen handelt es sich um chemisch hochreaktive Sauerstoffmoleküle, die in gesunden Zellen Entartung, Funktionsverlust und Entzündungsreaktionen verursachen können. Körperzellen können durch die von Selen aktivierten antioxidativen Enzyme hiervor geschützt werden. Hingegen haben Krebszellen einen anderen Stoffwechsel und andere Regenerationsmechanismen als gesunde Zellen. Selen aktiviert die antioxidativen Enzyme in Krebszellen nicht. Krebszellen werden daher durch Selen nicht geschützt.

Experimentelle Untersuchungen zeigen, dass die krebszelltötenden Effekte der Chemo- und Strahlentherapie durch Zugabe von Na-Selenit verstärkt werden können. Eine weitere positive Auswirkung der komplementären Zugabe von Na-Selenit ist, dass unter anderem Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapien abnehmen. Dies konnte in klinischen Studien gezeigt werden. Dadurch kann die Standardbehandlung in optimaler Dosierung und Zeitabfolge durchgeführt, die Lebensqualität verbessert und somit eine optimale Heilungschance für den Patienten erzielt werden.

Bewertung und Empfehlung:

Die komplementäre Gabe von Na-Selenit bei einer Chemo- und Strahlentherapie basiert auf der Erkenntnis, dass

  • ernährungsbedingter Selenmangel bei Krebserkrankten weit verbreitet ist und ausgeglichen werden sollte.
  • Na-Selenit in experimentellen Versuchsanordnungen die Wirksamkeit von Chemo-/Strahlentherapien verstärkt.
  • Na-Selenit in klinischen Untersuchungen die Lebensqualität unter Chemo-/Strahlentherapien verbessert und somit die Heilungschancen steigen.

Studien belegen die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der komplementären Gabe von Na-Selenit während einer Chemo-/Strahlentherapie. Als „Chemopräventivum“ wird Selen (100 bis 150 Mikrogramm pro Tag) international als krebsvorbeugendes Mittel empfohlen.

Im Anschluss an die Therapien sollte der nötige Selenbedarf durch eine optimierte Ernährung erfolgen und nur in einzelnen Fällen durch die zusätzliche Einnahme von selenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln. Die Selenkonzentration (Serum/Plasma) im Blut sollte laut Lehrbüchern 120 bis 140 μg/l betragen. Laut der Studienlage bewirken 120 μg/l ein Optimum für selenhaltige Enzyme (Selenoprotein P) sowie Schutz vor einigen Krebserkrankungen, 140 μg/l ebenso Schutz vor einigen Krebsarten sowie die Verminderung der Mortalität (Sterblichkeit).

Selenabhängige Nebenwirkungen sind ab Blutwerten von 160 μg/l belegt, toxische Effekte ab 490 μg/l. Zu den selenreichen Lebensmitteln gehören unter anderem Fisch, Milch, Käse, Eier, Pilze, Paranüsse, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte und Fleisch.

Anwendung:

Die Empfehlung der Selengabe liegt während einer Chemo-/Strahlentherapie bei 300 μg Na-Selenit pro Tag. Während der Chemo-/Strahlentherapie ist Na-Selenit den organischen Selenpräparaten vorzuziehen, da es für den Organismus direkt verfügbar ist. Überdosierungen von Selen treten nur bei nicht vorschriftsmäßiger Anwendung auf, und können zu knoblauchartigem Atemgeruch, Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen führen. Jedoch ist eine Überdosierung äußerst selten.

ACHTUNG:

Beachten Sie bei der Einnahme von Na-Selenit-Präparaten, dass Sie diese nicht in Kombination mit Vitamin-C-haltigen Präparaten, Getränken oder Speisen einnehmen, da Vitamin C das Na-Selenit in unserem Körper in eine nicht für den Organismus verwertbare Form umwandelt. Halten Sie mindestens eine Stunde Abstand zwischen den Einnahmen.

Hintergrundinformation zur SELECT-Studie:

Bezüglich der sinnvollen Einnahme von Selen kommt es immer wieder zu Irritationen – „Ist Selen sinnvoll?“ Dabei wird oft auf eine amerikanische Studie verwiesen, die sogenannte SELECT-Studie (Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial). Festzuhalten ist, dass die SELECT-Studie weder eine Schädlichkeit des Spurenelements Selen noch eine Ineffektivität im Rahmen der Prävention des Prostatakarzinoms belegt. Durch den fundamental hohen basalen Selenstatus der US-Amerikaner ist es nicht möglich, Schlüsse auf die Wirkung einer Selensupplementation in schlecht versorgten Personen zu ziehen.

Oftmals tritt im Zuge einer Anti-Hormontherapie bei Brust- und Prostatakrebs ein Vitamin-D-Mangel auf. Typische Folgen machen sich meistens am Skelettsystem (Osteoporose sowie Gelenk- oder Muskelbeschwerden) in unterschiedlichen Schweregraden bemerkbar.

Vitamin D wird in der Haut bei Sonneneinstrahlung gebildet oder über Nahrungsmittel aufgenommen und in Fettgewebe sowie in der Muskulatur gespeichert. In der Leber oder in den Nieren wird es in seine aktive Form (Calcitrol) umgewandelt und kann danach im Organismus des Menschen seine Funktionen erfüllen. Vitamin D reguliert den Calciumhaushalt und kümmert sich um den Einbau von Calcium in die Knochen. Calcium sorgt im Knochen für Stabilität. Neben dieser wichtigen Funktion von Vitamin D ist es auch für die Bildung und Funktion von Knochenstammzellen und Abwehrzellen unentbehrlich. Während der Sommermonate reicht einem gesunden Menschen eine einstündige milde Sonnenbestrahlung von Händen und Gesicht aus, um die benötigte Vitamin-D-Menge bereitzustellen. In den Wintermonaten, welche sonnenärmer sind, muss oftmals zusätzlich Vitamin D über die Nahrung aufgenommen werden. Vitamin D gibt es in unterschiedlichen Formen:

  • Vitamin D3 (Cholecalciferol) ist enthalten in tierischen Produkten wie Seefisch (u. a. Hering, Scholle, Makrele), Lebertran, Ei- und Milchprodukten.
  • Vitamin D2 (Ergocalciferol) ist enthalten in pflanzlichen Produkten wie Pilzen (u. a. Champignons) oder Avocados.

Der Bedarf an Vitamin D ist altersabhängig und liegt bei 5 bis 10 Mikrogramm am Tag. Dabei haben Säuglinge und Menschen über 60 Jahren den höchsten Bedarf von 10 Mikrogramm täglich. Zu 80 % kann der Bedarf vom Körper selbst durch Sonnenstrahlung aufgenommen werden (bei gesunden Menschen). Weitere Gründe für einen Vitamin-D-Mangel können neben bestimmten Therapien fehlendes Sonnenlicht, unausgewogene Ernährung sowie Hormonentzug (beispielsweise in den Wechseljahren) sein. Der Gehalt von Vitamin D kann im Blut überprüft werden. Der Normalwert liegt bei 25-OH-Vitamin D3: 10-70 μg/l; 20-29 μg/l sind ausreichend, über 50 μg/l sind optimal. Falls trotz genügender Sonnenbestrahlung und einer ausgewogenen Ernährung ein Vitamin-D-Mangel im Blut nachgewiesen worden ist, kann dieser durch die tägliche Einnahme von 800 IE (= internationale Einheiten) Vitamin D behoben werden. Dadurch wird das Risiko für Folgeerkrankungen (Knochenbrüche, Gelenk- und Muskelschmerzen) gesenkt. Bei Behandlungen von Osteoporose wird die tägliche Einnahme von Vitamin D mit 1000 mg Calcium kombiniert.

ACHTUNG

Längerfristige Einnahmen von Vitamin D sollten ärztlich angeordnet und überwacht werden.

Bewertung und Empfehlung

Die Wahrscheinlichkeit, an Dickdarmkrebs zu erkranken, kann durch einen optimalen Vitamin-D-Blutspiegel signifikant reduziert werden. Für weitere Krebsarten reicht die Datenlage derzeit nicht aus, um fundierte Aussagen zu treffen.

Das fettlösliche Vitamin E wird über die Nahrung (vor allem pflanzliche Öle) aufgenommen. Die antioxidative Eigenschaft von Vitamin E schützt insbesondere die Zellmembran im menschlichen Körper. In experimentellen Untersuchungen konnte eine Hemmung des Wachstums und der Metastasierung von Krebszellen nachgewiesen werden. Experimentelle Untersuchungen können jedoch nicht direkt auf Menschen bzw. Patienten übertragen werden. Jedoch konnten in kontrollierten Studien durch die tägliche Gabe von 2 mal 300 mg Vitamin E sowohl der Schweregrad als auch die Häufigkeit von Missempfindungen der Hände und Füße durch platin- und taxanhaltige Chemotherapien signifikant reduziert werden. Die komplementäre Vitamin-E-Gabe muss jedoch während der entsprechenden Chemotherapie durchgeführt werden.

Bewertung und Empfehlung

Die Studienlage deutet darauf hin, dass eine Vitamin-E-Zufuhr als komplementärmedizinische Maßnahme während platin-/taxanhaltiger Chemotherapien das Auftreten von Missempfindungen verhindern kann.

Herstellung eines naturheilkundlichen Produktes durch Heilpraktiker

 

 

Nicht hinreichend wirksamkeitsgeprüfte komplementäre Maßnahmen

Die Behandlung von Tumorerkrankungen erfordert diagnostische und therapeutische Maßnahmen, die auf Qualität und Unbedenklichkeit geprüft sind und deren Wirksamkeit belegt ist. In der folgenden Tabelle wird eine Vielzahl an Maßnahmen mit unvollständigem oder fehlendem wissenschaftlichen Nachweis aufgezeigt. Einige Methoden haben bei sachgerechter Anwendung keine schädlichen Nebenwirkungen, ihre Wirkung ist jedoch derzeit noch nicht wissenschaftlich belegt. Hingegen gibt es andere Verfahren oder Produkte, die bedenkliche und gesundheitsschädliche Wirkungen haben können. Die nachfolgenden Diagnostik- und Therapiemethoden sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

ACHTUNG:

Seien Sie sich bewusst, dass ein möglicher Zeitverlust durch einen unangemessenen Behandlungsversuch mit fragwürdigen Methoden (zugunsten eines gut erprobten, wissenschaftlich untermauerten Verfahrens) die Lebensqualität und Überlebenszeit erheblich beeinträchtigen kann.

 

Bei der aus der „Traditionellen Chinesischen Medizin“ stammenden Therapiemaßnahme handelt es sich um eine Therapie, bei der Nadeln an bestimmten Stellen des Körpers eingestochen werden, um krankhafte Störungen des „Chi“ genannten Energieflusses aufzuheben.
Dabei wird über die Freisetzung von körpereigenen Substanzen (z. B. schmerzlindernden ß-Endorphinen) die Wirksamkeit der Akupunktur erklärt. Ein Placeboeffekt trägt möglicherweise ebenfalls zur Wirksamkeit bei.

Bewertung und Empfehlung

Bisher gibt es keinen wissenschaftlichen klinischen Wirksamkeitsnachweis in Studien für die Akupunktur in den Anwendungsbereichen. In der komplementären Krebstherapie können derzeit ausschließlich definierte Schmerzzustände wie postoperative Schmerzen, (Spannungs-)Kopfschmerzen oder Migräne als Indikation für Akupunktur gelten. Weitere Einsatzgebiete müssen noch auf ihre Unbedenklichkeit und Wirksamkeit überprüft werden.

ACHTUNG

Der wissenschaftliche Nachweis auf Unbedenklichkeit und Wirksamkeit ist bislang für keine der Nebenwirkungen von Krebsstandardtherapien (Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Fatigue, Schmerzen, Angst, Unruhe, depressive Verstimmung u. a.) erfolgt. Dennoch gibt es seriös anmutende Therapiezentren, welche Akupunkturbehandlungen zur Minderung von Nebenwirkungen anbieten. Die derzeit veröffentlichten Untersuchungen/Studien weisen schwerwiegende methodische Mängel auf. Sie können keinen Nachweis auf Unbedenklichkeit und Wirksamkeit belegen. Aus diesem Grund sollte eine Akupunkturbehandlung zur Minderung von Nebenwirkungen ausschließlich im Rahmen von Studien durch zertifizierte Therapeuten erfolgen.

Das Abwehrsystem soll durch den Saft/Essenz aus der Pflanze Aloe vera babadensis stabilisiert werden und Krebs vorbeugen.

Bewertung und Empfehlung:

Derzeit gibt es keine weitergehenden Untersuchungen bezüglich der Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Aloe vera. Eine weitere Erforschung in Studienform legt vielversprechende experimentelle Ergebnisse nahe. Jedoch kann keine innerliche Anwendung empfohlen werden, solange es keine Untersuchungsergebnisse gibt.

Die Bach-Blütentherapie wurde von dem britischen Arzt Edward Bach erfunden. Jede körperliche Krankheit beruht laut Bachs zentraler These auf einer seelischen Gleichgewichtsstörung, deren Entstehung er in einem Konflikt zwischen der Persönlichkeit und der unsterblichen Seele vermutet.

Durch eine Harmonisierung auf dieser geistig-seelischen Ebene könne laut Bach Heilung erzielt werden. Dabei werden von Bach „38 disharmonische Seelenzustände der menschlichen Natur“ beschrieben, welchen Blüten und Pflanzenteilen zugeordnet werden, die ihre Schwingungen über Einlagen oder Kochen an das Wasser übertragen sollen. Anschließend werden daraus stark verdünnte Blütenessenzen gewonnen. Trotz mehrerer randomisierten und kontrollierten Studien gibt es keine Hinweise auf die tatsächliche medizinische Wirksamkeit dieser Therapie. Demzufolge wird sie aus wissenschaftlicher Sicht als unplausibel eingestuft. Die Prinzipien werden als pseudowissenschaftlich angesehen.

Bewertung und Empfehlung

Es gibt derzeit keine hinreichenden Ergebnisse, die die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Bach-Blütentherapie beweisen. Aus diesem Grund wird die Therapie nicht als therapeutische Maßnahme gegen Krebserkrankungen empfohlen.

BioBran wurde erstmals in Japan hergestellt. Dabei handelt es sich um einen komplexen Zucker aus Reiskleie. Durch die Verabreichung von BioBran sollen Zellen des Immunsystems (u. a. Lymphozyten und natürliche Killer-Zellen):

  • aktiviert werden.

  • immunologische Botenstoffe freisetzen.

  • Krebs- und Hepatitis-C-Patienten heilen.

Bewertung und Empfehlung

BioBran kann keinesfalls zur Krebsvorbeugung bzw. zur Krebstherapie empfohlen werden, da es aus wissenschaftlicher Sicht zum einen nicht hinreichend auf pharmazeutische und biologische Qualität und zum anderen noch nicht auf klinische Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft worden ist.

Die Galvanotherapie, auch Bioelektrische Krebstherapie oder Elektro-Chemo-Therapie (ECT) genannt, erfolgt durch Gleichstrom, welcher über Nadelelektroden an den Tumor bzw. an die Metastase geleitet wird. Das Ziel ist es, durch eine kontrollierte Gleichstromquelle eine schnelle Abtötung („schnelle aseptische Nekrose“) von Krebsgewebe zu erreichen. Es wird durch die Werbung vorgegeben, dass es sich dabei um eine schonende therapeutische Maßnahme handle, da die Bioelektrische Krebstherapie nur im Tumor selbst zellzerstörende Effekte ausübe und das gesunde Gewebe nicht beeinflusse. Derzeit liegen keine wissenschaftlichen Beweise vor, daher ist die Aussage als reine Werbestrategie abzulehnen.

Bewertung und Empfehlung:

Momentan wird die Galvanotherapie wissenschaftlich erforscht, um genaue Anwendungsgebiete zu definieren. Obwohl die Basismechanismen noch nicht hinreichend erforscht und die Unbedenklichkeit/Wirksamkeit nicht aufgezeigt worden sind, wird die Therapie seit Jahrzehnten als Therapiemaßnahme beworben und angewendet. Aufgrund der fehlenden Datenlage kann die Anwendung in der Krebsbehandlung auf keinen Fall empfohlen werden.

Dieses Verfahren wird sowohl als Diagnostik als auch als Therapie beworben. Die scheinbare Wirkung der Bioresonanztherapie (auch MORA-Therapie genannt) bzw. des Bioresonanzgerätes wird von den Erfindern Morell und Raschke wie folgt beschrieben: „Das Grundprinzip der Bioresonanztherapie ist das Löschen krankhafter Informationen, die im Körper gespeichert sind, und zwar in Körperflüssigkeiten oder in der Erbinformation der Zellkerne.“ Im Bereich der Bioresonanzdiagnostik sollen krankhafte elektromagnetische Schwingungen im Bioresonanzgerät erkannt werden. Daraufhin sollen diese dem Körper des Betroffenen entzogen werden (Bioresonanztherapie).

Bewertung und Empfehlung

Auch mit den neuesten und modernsten Messverfahren konnte die Existenz technisch messbarer, krankheitsauslösender elektromagnetischer Schwingungen im menschlichen Körper nicht fundiert belegt werden. Die Therapie ist deshalb nicht zu empfehlen.

Als „Funktionelle Lebensmittel” werden Cellagon aurum bzw. Cellagon-Produkte angeboten. Diese können „zwei der fünf geforderten Portionen Obst/Gemüse pro Tag ersetzen“. 80 ernährungsphysiologisch wichtige Zutaten enthält (laut Hersteller) zum Beispiel Cellagon aurum. Dabei soll es sich um optimal verwertbare und bioverfügbare Zutaten handeln, die laut Hersteller eine „optimale Energiebereitstellung“ und schnelle Regeneration ermöglichen sowie der Schönheit dienen.

Bewertung und Empfehlung:

Die Einnahme kann aus wissenschaftlicher Sicht nicht empfohlen werden. In Cellagon aurum bzw. Cellagon-Produkten enthaltene Einzelbestandteile sowie deren Kombinationen sind derzeit weder experimentell noch klinisch auf Unbedenklichkeit erforscht worden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die unkontrollierte Mischung von Extrakten/Konzentraten verschiedener pflanzlicher und tierischer Komponenten die Wirkung der enthaltenen Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffe schwächt, aufhebt, verstärkt oder sogar umkehrt. Dadurch könnten unkontrollierte Reaktionen im menschlichen Körper hervorgerufen werden.

Normalerweise wird täglich genügend Coenzym Q10 vom Körper selbst produziert bzw. durch die Nahrung aufgenommen. Angeboten wird Coenzym Q10 sowohl in kosmetischen Cremes als auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. 2001 wurde vom Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Erklärung verfasst, dass kein Heileffekt nachgewiesen worden ist und somit die Aussagen zu Coenzym Q10 in Frage zu stellen sind. 2014 wurde verordnet, dass die Kennzeichnung um Warnhinweise für den Verzehr durch Schwangere, Stillende sowie von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ergänzt werden muss. Zudem darf die Verzehrmenge von 100 mg Coenzym Q10 am Tag bei einer Verzehrempfehlung von einer Kapsel täglich nicht überschritten werden.

Bewertung und Empfehlung:

Coenzym Q10 ist bislang weder hinreichend auf seine Unbedenklichkeit noch auf seine Wirksamkeit geprüft und daher keinesfalls zu empfehlen.

Die angeblich durch falsche Ernährungsgewohnheiten und bakterielle Fehlbesiedlung des Darmes entstehenden „Fäulnis- und Gärgifte“ sollen durch die Colon-Hydro-Therapie (= CHT) entfernt werden. Durch die Reinigung des Darms sollen zum einen der Stoffwechsel sowie das Immunsystem stabilisiert und zum anderen die Darmtätigkeit angeregt werden. Das diene dann der „Entgiftung“ und dem Schutz der Leber.

Das Ziel ist es, die körperliche Abwehr sowie den Stoffwechsel zu verbessern und somit die Lebensqualität während und nach den Chemo-/Strahlentherapien zu erhöhen. Die Colon-Hydro-Therapie erfolgt, indem über ein Darmrohr angewärmtes Wasser in den Darm eingeführt und nach sanfter Bauchmassage meist über einen zweiten Schlauch ausgeleitet wird. Dadurch soll der Darm von Giften, Nahrungsresten etc. gereinigt werden.

Bewertung und Empfehlung:

Die Colon-Hydro-Therapie ist bislang weder hinreichend auf Unbedenklichkeit noch auf Wirksamkeit geprüft. Daher ist die Therapie nicht zu empfehlen.

ACHTUNG:

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIK) warnt vor Verletzungen der Darmwand und Darmdurchbrüchen durch die Anwendung der Colon-Hydro-Therapie. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass durch die Therapie die Balance der Bakterien im Darm gestört werden kann und es zu Störungen des Elektrolythaushalts und zu Infektionen kommen kann.

Das zu der Familie der Ingwergewächse gehörende Kurkuma (Curcuma longa, Gelbwurz) ist ein traditionelles Heilmittel der Ayurveda-Medizin. Der Bestandteil verleiht den indischen Currymischungen Geschmack und Farbe (Curcumin). Traditionsgemäß wird Kurkuma in der indischen Volksmedizin unter anderem gegen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sowie bei Entzündungen verwendet. Im Bereich der Alternativmedizin wird Kurkuma auch zur Krebsvorbeugung und Krebstherapie empfohlen. Die Empfehlungen stützen sich dabei auf experimentelle Daten, die antioxidative, entzündungs- und wachstumshemmende Aktivitäten (u. a. gegen Krebszellen) im Reagenzglas aufzeigen.
Es ist keine direkte Übertragung der experimentellen Daten auf den Menschen möglich, da die geforderte Konzentration an Kurkuma sehr hoch ist, um die genannte Wirkung zu erzielen. Derzeit fehlen kontrollierte klinische Studien, die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Kurkuma bei Krebserkrankungen belegen.

Bewertung und Empfehlung

Die Einnahme von hochdosierten Kurkuma-Extrakten zur Krebsvorbeugung und Krebstherapie ist nicht zu empfehlen, da alle Studien zur Wirkung von Kurkuma auf Krebs experimentell sind oder gravierende methodische Mängel aufweisen. Somit gibt es hierzu keinen Unbedenklichkeits- und Wirksamkeitsnachweis.

Bei dieser experimentell aussichtsreichen Weiterentwicklung der Tumorimpfung (aktive spezifische Immuntherapie (ASI)) werden abgetötete Krebszellen bzw. deren Bestandteile (Tumorantigene) den Betroffenen nicht mehr direkt injiziert, sondern zunächst mit spezialisierten Abwehrzellen zusammengebracht. Diese sogenannten dendritischen Zellen werden dadurch gegen den zu behandelnden Krebs aktiviert. Nach der Bebrütung der Abwehrzellen des Blutes (Monozyten, auch Fresszellen genannt) mit immunologischen Botenstoffen (Zytokinen) entstehen dendritische Zellen. Nach der Beladung mit Tumorantigenen im Reagenzglas werden diese den Patienten in Spritzenform verabreicht. Durch die Präsentation der Tumorantigene in der Dendritenzellwand werden spezielle Abwehrzellen, sogenannte natürliche Killerzellen und zytotoxische Lymphozyten aktiviert, die die Krebszellen ihrerseits abtöten können. Bei der Therapie mit dendritischen Zellen handelt es sich um ein aufwendiges Therapieverfahren, da:

  • Monozyten aus dem Blut isoliert und mit Botenstoffen (Zytokinen) bebrütet werden müssen, um als dendritische Zellen vorhanden zu sein.
  • das Tumormaterial nach der Operation aufbereitet werden muss.
  • die dendritischen Zellen im Reagenzglas mit Krebszellen oder mit Tumorantigenen beladen werden müssen.
  • die dendritischen Zellen den Patienten injiziert werden müssen.

Fürsprecher dieser Therapie empfehlen die Dendritische Zelltherapie zur Vorbeugung von Rezidiven oder Metastasen. Sogar bei weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen wird von Therapieerfolgen berichtet, in Einzelfällen sogar Krebsrückbildungen.

Bewertung und Empfehlung:

Bei der Dendritischen Zelltherapie handelt es sich um eine vielversprechende Behandlungsmöglichkeit, die jedoch weitere Erforschungen benötigt. Es liegen derzeit keine wissenschaftlich fundierten klinischen Studien vor, welche die Wirksamkeit der Behandlung bei Krebspatienten ausreichend beweisen. Solange es noch keinen endgültigen Nachweis von Unbedenklichkeit, Wirksamkeit und Qualität gibt, sollte diese Therapie nur in Studien an universitären Zentren durchgeführt werden.

Dr. Rath vertreibt über das Ausland Vitamin- und Spurenelementgemische (= „zellulare Medizin“, „Zell-Vitalstoffe“) in Dosierungsmengen, welche in Deutschland zu einer Einordnung als „zulassungspflichtige Arzneimittel“ führen würden. In Deutschland sind die von Dr. Rath vertriebenen Vitamin- und Spurenelementgemische nicht zugelassen. Dabei wird vom Hersteller mit wissenschaftlich nicht haltbaren medizinischen Wirkungen der Mittel geworben. Um den in Deutschland für alle Arzneimittelhersteller vorgeschriebenen Zulassungsweg, um Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit seiner Produkte zu belegen, zu übergehen, vertreibt Dr. Rath die Produkte über das Internet und ein Beraternetz.

Bewertung und Empfehlung:

Die Vitamin- und Spurenelementpräparate nach Dr. Rath können keinesfalls empfohlen werden, da sie nach den deutschen Zulassungskriterien weder auf Unbedenklichkeit noch auf Wirksamkeit bei Krebserkrankungen geprüft worden sind.

Als „ganzheitliche Untersuchung“ wird von Fürsprechern die „Dunkelfeldmikroskopie“ angesehen, da diese Auskunft über das sogenannte „innere Milieu“ geben könne. Für die Therapie wird ein Tropfen unbehandeltes Blut benötigt. Die Mikroskopie soll dabei über das Abwehrsystem die Neigung zu Krebserkrankungen und über die im Blut lebenden Mikroorganismen Auskunft geben können. Die im Blut lebenden Mikroorganismen sind nach Prof. G. Enderlein Vorstufen von Bakterien und Pilzen, die unter anderem zu einer Krebserkrankung führen können. Dieses Diagnostikverfahren dient als Grundlage für die „Isopathische Behandlung nach Enderlein“. Die Behandlung soll vor allem bei chronischen Erkrankungen (unter anderem Krebs) Erfolge erzielen. Derzeit liegt keine wissenschaftliche Dokumentation der Erfolge vor.

Bewertung und Empfehlung:

Weder die Dunkelfeldmikroskopie noch die „Isopathische Therapie nach Enderlein“ sind ausreichend auf Aussagekraft, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft, und können daher aus wissenschaftlicher Sichtweise keinesfalls empfohlen werden.

Bei Entgiftungstherapien wird davon ausgegangen, dass Krebs durch Störungen des Gesamtorganismus verursacht wird. Dabei wird ein „System der Grundregulation“ angenommen (= Grund- bzw. Mesenchymsystem nach Pischinger), dessen Störung durch sogenannte „Schädigungsfaktoren“, Organstörungen, Verschlackungen sowie Mesenchymblockade verursacht werde. So soll es letztlich u. a. auch zu Krebserkrankungen kommen. Der Organismus soll u. a. bei der Abtötung von Krebszellen durch die individuelle Entfernung der „Schädigungsfaktoren“ unterstützt werden. Dafür werden zum Beispiel Vitamin- und Spurenelementgaben, Colon-Hydro-Therapie, Nosoden sowie pflanzliche und homöopathische Heilmittel empfohlen.

Bewertung und Empfehlung:

Für die Entgiftungstherapien sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht einmal die Grundlagen ausreichend belegt, auf denen die Therapiekonzepte basieren. Hinzu kommt, dass die empfohlenen therapeutischen Verfahren nicht hinreichend auf Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft sind. Aus diesem Grund kann die Anwendung von „ausleitenden Verfahren bzw. Entgiftungstherapien“ nicht empfohlen werden.

Die Basis der Therapie sind Entzündungsreaktionen, die entstehen, wenn Bakterien oder Viren therapeutisch (z. B. als Infusion) injiziert werden. Das Fieber ist die direkte Antwort des Körpers auf eine Entzündung, bei der Fieber erzeugende immunologische Botenstoffe frei gesetzt werden. Die körpereigenen Abwehrfunktionen werden dabei durch Eiweiße beziehungsweise Eiweißbestandteile in Gang gesetzt, verstärkt oder gehemmt. Diese bestimmen zum Großteil die Zahl und Funktion von Abwehrzellen, die u. a. für die Vorbeugung und die Abwehr von Infektionskrankheiten wie auch für die Abwehr von Krebserkrankungen verantwortlich sind.

Bewertung und Empfehlung:

Derzeit gibt es für die Fiebertherapie weder wissenschaftliche Untersuchungen noch Studien, welche einen therapeutischen Effekt beweisen. Gut dokumentiert ist, dass Abwehrfunktionen durch die Fiebertherapie angeregt werden. Es ist jedoch weiter unklar, welche Auswirkungen dies auf die Vorbeugung/Therapie von Krebserkrankungen sowie deren Rezidive oder Metastasen hat. Eine Fiebertherapie geht im Gegensatz zu passiven Hyperthermiebehandlungen mit unkontrollierten, unspezifischen Immunreaktionen und der Freisetzung von Botenstoffen und Wachstumsfaktoren (= Zytokinen) einher. Dies könnte wiederum auch ein Wachstumsreiz für Krebszellen sein. Des Weiteren kann die Therapie auch Krämpfe verursachen und mit einer erheblichen Belastung für das Herz-Kreislaufsystem verbunden sein.

Für Zellentartung, Entzündungsreaktionen und Alterungsprozesse sind u. a. die sogenannten „Freien Radikale“ verantwortlich, bei denen es sich um aggressive Sauerstoffmoleküle handelt. Antioxidantien schützen den Organismus vor einem Überschuss an „freien Radikalen“. Vitamine (z. B. A, C und E), Spurenelemente (z. B. Selen), Enzyme (z. B. Glutathionperoxidase) und sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Flavonoide, Phytoöstrogene) gehören zu den Antioxidantien. Antioxidantien werden normalerweise mit der Nahrung aufgenommen und schützen die Körperzellen vor Beschädigung bzw. Zerstörung durch „freie Radikale“. Durch Stresssituationen, zunehmendes Alter und belastende Therapien, wie es Chemo-, Strahlen-, Antibiotikatherapien sind, kann es zu einem Mangel an Antioxidantien kommen. Dieser Mangel wird für diverse Erkrankungen (z. B. Krebs) sowie für Alterungsprozesse verantwortlich gemacht. Apotheken, Heilpraktiker und Arztpraxen bieten diagnostische Verfahren an, die vorgeben, die Belastung des Körpers durch „freie Radikale“ zu erkennen und die Funktion der Schutzsysteme beurteilen zu können.

Bewertung und Empfehlung:

Bislang sind keine grundlegenden Voraussetzungen für die Messung von „freien Radikalen“ aus dem Blut erfüllt, weswegen deren Aussagekraft erheblich in Zweifel gezogen wird. Die Menge an „freien Radikalen“ im Blut ist von einigen Faktoren wie Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Fitnesszustand, Lebensstil etc. abhängig. Die Ergebnisse sind aufgrund nicht standardisierter Messungen nicht miteinander vergleichbar. Hinzu kommt, dass die verwendeten Messgeräte nicht hinreichend auf ihre Aussagefähigkeit getestet worden sind.

ACHTUNG:

Es wird von der nicht ausreichend auf Aussagefähigkeit geprüften Analyse „freier Radikale“ abgeraten, da diese meist mit zweifelhaften Empfehlungen zur Einnahme von nicht auf Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüften Antioxidantien einhergeht.

Seinen Ursprung hat er in China, wo er aufgrund seiner gesundheitsfördernden und wohltuenden Wirkung seit Jahrtausenden getrunken wird. Falls sein Aufguss in Anlehnung an die chinesische Teezeremonie erfolgt, bleiben Inhaltsstoffe und Aroma optimal erhalten. Die antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen der Inhaltsstoffe (u. a. Koffein, Katechine, insbesondere Epigallocatechingallat und EGCG, Vitamine und Mineralstoffe/Spurenelemente) wurden experimentell nachgewiesen. Die Wirkung von grünem Tee ist zum Schutz vor Krebserkrankungen aus ernährungswissenschaftlicher Sicht jedoch noch nicht eindeutig bewiesen worden. Zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann der regelmäßige Konsum von grünem Tee (0,5 bis 1 Liter pro Tag) beitragen. Zudem ist er auch als Flüssigkeitszufuhr empfehlenswert.

Bewertung und Empfehlung:

Grüner Tee sollte unter dem Aspekt eines wohltuenden Getränkes getrunken werden. Die These, dass grüner Tee und dessen Extrakte sich u. a. zur Vorbeugung und Therapie von Krebserkrankungen eignen, ist derzeit noch nicht klinisch belegt.

ACHTUNG:

Beim Kauf von grünem Tee sollte darauf geachtet werden, dass dieser frei von gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffen (Schwermetalle, Pestizide, Antibiotika) ist. Er sollte den heutigen Qualitätsstandards genügen und zertifiziert sein.

Die Selbstheilungskräfte des Organismus sollen durch die Homöopathie aktiviert werden. Dabei gilt die Homöopathie als individuelle Arzneimitteltherapie. Die Homöopathie basiert auf der Vermutung, „Gleiches sei mit Gleichem zu heilen“, die von S. Hahnemann geäußert wurde. Dabei wird in der homöopathischen Arzneimittellehre eine Vielzahl von mineralischen, pflanzlichen und tierischen Präparaten in unterschiedlichen Verdünnungsstufen (Potenzierungen) verwendet. Aufgrund der Beobachtung von Krankheitszeichen sowie vielfältiger patientenbezogener Merkmale wird die individuelle Auswahl und Dosierung der Präparate getroffen. Die Verdünnung der Grundsubstanzen ist so stark, dass aufgrund physikalischer Gesetze kein Molekül an wirksamer Substanz mehr enthalten sein kann.

Bewertung und Empfehlung:

Homöopathische Therapieansätze zur Krebstherapie sind strikt abzulehnen, da diese aus wissenschaftlicher Sicht bislang nicht auf Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft sind. Homöopathische Anwendungen können jedoch als Komplementärtherapie individuelle Symptome (= Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen) mindern und zur Stabilisierung der Lebensqualität von Krebskranken beitragen.

ACHTUNG:

Es wird ausdrücklich davor gewarnt, homöopathische Therapiekonzepte als heilend (kurativ) zu betrachten und erprobte Standardtherapien einzustellen oder zu verzögern. Dies könnte lebensgefährlich sein! Die Anwendung von homöopathischen Zusatztherapien sollte nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.

Seit Hippokrates (ca. 460–379 vor Christus) ist die Behandlung von Krankheiten durch Überwärmung des Körpers bekannt. Seit den 1920er Jahren versucht man, die hitzeempfindlichen Tumorzellen durch Überwärmung gezielt zu bekämpfen. Die Hyperthermietechniken werden seit den 1960er Jahren kontinuierlich optimiert. Dabei kommen zum Beispiel Kurzwellen, Mikrowellen und auch Infrarotstrahlen zur Verwendung. Es besteht weiterhin großer Forschungsbedarf, um Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Hyperthermie zu belegen. Man unterscheidet zwischen zwei Formen der Hyperthermie:

Aktive Hyperthermie (Fiebertherapie):

Durch die Gabe von Fieber erzeugenden Substanzen (z. B. Bakterien, Viren) wird der Körper wie bei einer Infektionskrankheit angeregt, Wärme, also Fieber, zu erzeugen.

Passive Hyperthermie:

Bei dieser Anwendung wird die Wärme dem Körper von außen zugeführt. Dafür werden physikalische Methoden wie zum Beispiel Mikro-, Radio- oder Infrarotwellen verwendet.

ACHTUNG:

Bei der wiederholt durchzuführenden Fiebertherapie oder milden Ganzkörperhyperthermie ist Vorsicht geboten, da zum einen die Kosten sehr hoch sind und zum anderen der therapeutische Nutzen sehr fragwürdig ist. Fiebertherapien können sogar gesundheitsschädlich sein.

Die Hyperthermieanwendung kann

  • auf bestimmte Organe oder Gewebe gerichtet sein (lokale Hyperthermie).
  • gezielt in Hohlräumen erfolgen (z. B. Bauchhöhle).
  • den ganzen Körper umfassen (Ganzkörperhyperthermie).

Bei Experimenten mit der Hyperthermie bezüglich der Wirkung von Hitze über 40° C wurden folgende Beobachtungen gemacht:

  • Krebszellen sterben ab.

  • Die Blutversorgung im Krebsgewebe verändert sich, was zu Gefäßverschlüssen und zum Absterben des Tumors führen kann.

  • Verschiedene Immunfunktionen werden aktiviert.

  • Mögliche Verstärkung der Wirksamkeit von Chemo- und Strahlentherapie, was eventuell eine Dosisreduktion ermöglichen könnte.

  • Krebszellen werden gegenüber einer Chemotherapie empfindlicher.

Die aus Experimenten gewonnenen Erkenntnisse haben dazu geführt, dass die Hyperthermie neben Operation, Chemo- und Strahlentherapie zuweilen als „vierte Säule der Krebsbehandlung“ oder als ergänzende tumorzerstörende Therapie gehandelt wird. Vor allem werden die unterschiedlichen Hyperthermieverfahren von einigen Privatkliniken und Praxen (Ärzte und Heilpraktiker) angeboten, jedoch ohne dass bislang ein definitiver Unbedenklichkeits- und Wirksamkeitsnachweis im Sinne der evidenzbasierten Medizin erfolgt ist. Betroffene sollten kritisch abwägen, ob ihnen Hyperthermiebehandlungen einen Vorteil bringen könnten.

Bewertung und Empfehlung:

Derzeit werden die Hyperthermiebehandlungen intensiv erforscht, vor allem in der Kombination mit Chemo- und/oder Strahlentherapien. Möglicherweise kann die Hyperthermiebehandlung die erprobten Krebsstandardtherapien in Zukunft erweitern. Derzeit gibt es jedoch noch keine ausreichenden Wirksamkeitsnachweise. Aufgrund der derzeit noch nicht nachgewiesenen wissenschaftlich haltbaren positiven Auswirkungen auf die rezidiv- und metastasenfreien Zeiten und Gesamtüberlebenszeiten sollte die Hyperthermiebehandlung nur mit anderen Tumorzellen tötenden Therapien wie Chemo-, Strahlen- und/oder Zytokintherapie kombiniert werden. Zudem sollte sie nur bei ganz bestimmten Indikationen (z. B. Gebärmutterhalskrebs, Bauchfell-Metastasen) angewendet werden. Ein Nutzen ist daraus jedoch nicht mit Sicherheit abzuleiten. Falls Sie Interesse haben, sollten Sie sich vor Therapiebeginn unbedingt an eines der mit dem Klinikum der Universität München vernetzen Hyperthermiezentren wenden. Dort kann eine Zweitmeinung eingeholt werden.

Immunlaboratorien bieten bundesweit Bestimmungen des Immunstatus an. Sie analysieren dabei neben der Anzahl und den Aktivitäten der Immunzellen des Blutes, deren Existenz und Funktionsweise wissenschaftlich erwiesen ist, zusätzliche Zellarten, für die Aufgaben und Normwerte nicht ausreichend bekannt sind. Für die Behandlung und den Verlauf von Krebserkrankungen ist eine solche Untersuchung völlig belanglos, jedoch sehr teuer.

Bewertung und Empfehlung:

Den Immunstatus bei Notwendigkeit bestimmen zu können, ist aus wissenschaftlicher Sicht wichtig. Dabei sollten nur Werte erhoben werden, deren Bedeutung innerhalb des Krankheitsgeschehens nachgewiesen ist. Das Differentialblutbild (Leukozyten, Granulozyten, Monozyten, Lymphozyten) dient dazu als Grundlage. Zusätzlich können die T- und B-Lymphozyten, T-Helfer-, T-Suppressor- und zytotoxischen T-Lymphozyten sowie die natürlichen Killerzellen bestimmt werden. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten, falls dies von ihrem behandelnden Arzt angeordnet wird. Dies gilt jedoch nicht für „erweiterte Immunstatusbestimmungen“. Die Bedeutung dieser Untersuchungen ist unklar und kann daher nicht empfohlen werden.

Imusan ist laut Hersteller und Vertreiber ein biologisches Produkt aus Extrakten verschiedener Heilpflanzen und soll die normalen Immunfunktionen unterstützen. Dabei enthält Imusan die gleichen Bestandteile wie das vom Markt genommene Heilmittel SPES (jedoch ohne den synthetischen Zusatz von Alprozolam, welches ein starkes Schlaf- und Betäubungsmittel ist).

Bewertung und Empfehlung:

Weder die einzelnen Komponenten noch deren Kombination sind aus wissenschaftlicher Sicht ausreichend auf klinische Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft. Die Imusan-Therapie kann derzeit nicht empfohlen werden, da der Mehrwert bei Krebspatienten nicht ersichtlich ist.

Dabei handelt es sich laut Hersteller um ein natürliches, pflanzenstoffhaltiges Nahrungsergänzungsmittel, welches aus Konzentraten verschiedener, reif geernteter Früchte und Gemüsesorten gewonnen wird. Die vorhandenen Nährstoffe wie zum Beispiel Vitamine, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien sollen sich in Juice PLUS+ sehr gut ergänzen und dadurch einen Beitrag zur Gesundheit leisten.

Bewertung und Empfehlung:

Die Einzelbestandteile, die in Juice PLUS+ enthalten sind, sind aus wissenschaftlicher Sicht klinisch nicht hinreichend auf Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft. Aus diesem Grund wird von der Einnahme, die mit hohen Kosten verbunden ist, abgeraten und stattdessen eine ausgewogene Ernährung empfohlen.

ACHTUNG:

In diesem Zusammenhang weist die Stiftung Warentest auf die Gefahr hin, die mit übermäßiger Aufnahme von Vitaminen verbunden ist. Auf den Juice PLUS+-Expertenseiten wird u. a. auf eine Untersuchung hingewiesen, bei der nach Einnahme des Präparates wesentlich erhöhte ß-Carotin-Werte im Blut der Testpersonen festgestellt wurden. Für Raucher kann dies sehr gefährlich sein, da die erhöhte Aufnahme von ß-Carotin bei Rauchern mit einem deutlich erhöhten Risiko für die Entstehung von Lungenkrebs einhergeht.

In Südostasien ist Kombucha seit Jahrtausenden als traditionelles Heilmittel bekannt und wird bei uns zuweilen zur Prävention und Behandlung von Krebserkrankungen beworben. Erzeugt wird Kombucha durch die Vergärung von Tee mithilfe des gleichnamigen Teepilzes (Kombucha) und einer Mischung aus Hefen und Bakterien. Kombucha soll den Körper entgiften, den Stoffwechsel regulieren und zudem zur Vorbeugung und Nachbehandlung von Krebserkrankungen sinnvoll sein. Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (14.11.2015) ist „Kombucha kein Heilmittel, sondern ein Erfrischungsgetränk mit geringem Alkoholgehalt. Der Anteil an Zucker, Alkoholgehalt und Koffeinmenge ist sehr unterschiedlich“.

Bewertung und Empfehlung:

Zur Behandlung und Prävention von Krebs ist Kombucha aus wissenschaftlicher Sicht nicht zu empfehlen. Die Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Kombucha sind wissenschaftlich nicht belegt.

ACHTUNG:

Es besteht die Gefahr der Verunreinigung bei selbst hergestelltem Kombucha (vor allem mit Schimmelpilzgiften). Für Menschen mit Immunschwäche kann dies gesundheitsschädliche Folgen haben.

Chemisch verwandt ist das synthetisch hergestellte Heilmittel Laetrile mit Amygdalin (auch Vitamin B 17 genannt), einem natürlichen Bestandteil aus den Kernen von Mandeln, Aprikosen und anderen Früchten. Laetrile kann laut Fürsprechern verwendet werden, um Krebserkrankungen zu therapieren, Rezidive zu verhindern, Chemotherapien verträglicher zu machen und um Vitaminmängel auszugleichen. Die derzeitigen klinischen Daten belegen die Wirksamkeit von Laetrile zur Vorbeugung und Therapie von Krebs nicht.

Bewertung und Empfehlung:

Laetrile (Vitamin B17) ist aus wissenschaftlicher Sicht weder hinreichend auf Unbedenklichkeit und Qualität noch auf Wirksamkeit geprüft. Daher gibt es keinen Beleg für die Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Laetrile bei der Behandlung und Vorbeugung von Krebserkrankungen. Aus diesen Gründen ist von einer Anwendung, insbesondere auch wegen möglicher gesundheitsgefährdender Nebenwirkungen (Blausäure-Vergiftungen), dringend abzuraten.

ACHTUNG:

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (3/2014) darauf hin, dass amygdalinhaltige Arzneimittel in Deutschland keine Zulassung erhalten haben und als bedenklich einzustufen sind.

In der Onkologie handelt es sich bei der Misteltherapie um die am meisten angewandte komplementärmedizinische Maßnahme. Mit der Auswahl verschiedener Präparate von unterschiedlichen Wirtsbäumen (z. B. Abnobaviscum, Helixor, Iscador) erfolgt die anthroposophische Misteltherapie. Die Zusammensetzung und Wirkung der Präparate sind abhängig von Tumorart und Tumorlokalisation sowie von Geschlecht, Konstitution und Allgemeinzustand des Betroffenen und unterscheiden sich diesbezüglich. Daher werden die Präparate individuell verabreicht. Die phytotherapeutischen Präparate basieren auf Mistellektin-I-normierten Mistelextrakten wie zum Beispiel Eurixor und Lektinol. Die Präparate enthalten eine gleichbleibende ML-I-Dosis und werden dabei in Anlehnung an das Körpergewicht des Betroffenen verabreicht. Die Erforschung von anthroposophischen und phytotherapeutischen Mistelextrakten sowie Mistelextrakt-Komponenten (z. B. ML-I) ist auf experimenteller Basis weit fortgeschritten. Es konnte in Tierversuchen eine vielversprechende Wirkung von Mistelextrakten gegen Tumore, Metastasen und Infektionen nachgewiesen werden. Zudem wurden zellabtötende und immunaktivierende Eigenschaften im Reagenzglas bewiesen. Auf dieser Basis wurden Anwendungsbeobachtungen gemacht, welche die Immunstimulation durch Mistelextrakte bestätigten. Das durch eine Krebsstandardtherapie geschwächte Immunsystem konnte durch die Gabe von Mistelextrakten der anthroposophischen oder phytotherapeutischen Therapierichtung normalisiert werden. Dies zeigten spezifische Untersuchungen. Durch eine komplementäre Mistelextrakttherapie konnte in klinischen Pilotstudien mit Brust-, Eierstock- und Lungenkrebspatienten aufgezeigt werden, dass die Nebenwirkungen der Krebsstandardtherapien wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Müdigkeit und depressive Verstimmungen gemindert werden. Zudem führte die Therapie in klinischen Studien zu einer verbesserten Lebensqualität. Neben dem erforderlichen Nachweis der Wirksamkeit muss auch die Unbedenklichkeit jeder Therapie belegt werden. Derzeit gibt es keine wissenschaftlich haltbaren Beweise, die auf ein Risikopotential deuten.

Bewertung und Empfehlung:

Unter einer standardisierten Misteltherapie konnten klinische Untersuchungen und Studien eine von Krebsart und Krebsstadium abhängige Reduktion von Nebenwirkungen der Krebsstandardtherapie und eine damit einhergehende Steigerung der Lebensqualität sowie die Normalisierung von Abwehrfunktionen darlegen. Jedoch weisen alle Studien gravierende methodische Mängel auf und können die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Misteltherapie derzeit nicht belegen. Neben der Indikation sind vor allem die Abhängigkeit von Krebsart und Krebsstadium zu beachten (Indikation = palliative Maßnahme bei reduzierter Lebensqualität im Gefolge fortgeschrittener Krebserkrankungen). Als wirksam erwiesen hat sich die komplementäre Misteltherapie in klinischen Studien bislang nur zur Verbesserung der Lebensqualität in der palliativen Therapie von fortgeschrittenen Krebserkrankungen. Weitere unbedenklichkeits- und wirksamkeitsbeweisende Studien liegen für andere Indikationen derzeit nicht vor, weshalb keine Empfehlung erfolgen kann.

Anwendung:

Die Mistelextrakte werden mit Hilfe einer Spritze therapeutisch unter die Haut injiziert. Ein erfahrener Arzt soll dabei die Therapie einleiten und kontrollieren.

ACHTUNG:

Aufgrund nicht ausreichend kontrollierter Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei Tumoren des blutbildenden Systems (z. B. Leukämien, Lymphome) sollte allenfalls im Rahmen von kontrollierten klinischen Studien eine Mistelextrakttherapie verabreicht werden. Besonders bei diesen Erkrankungen kann die Immunstimulation durch Mistelextrakte zu nicht gewünschten Effekten (wie zum Beispiel Krebszellwachstum durch freigesetzte Wachstumsfaktoren) führen. Diese Effekte können jedoch auch bei einer Fehl- bzw. Überstimulation bei anderen Krebserkrankungen auftreten.

MMS besteht laut Hersteller aus Natriumchlorit in Wasserlösung und wird als Wundermittel angepriesen, das Krebserkrankungen sowie AIDS und Hepatitis (Leberentzündung) heilen kann. Aktiviert durch Zitronensäure kann Natriumchlorit Chlordioxid freisetzen, welches als angeblich leichtes Oxidationsmittel „großartige Fähigkeiten“ besitzt. Das schwache Oxidationsmittel soll gesunde Zellen und nützliche Bakterien des Körpers nicht oxidieren (d. h. nicht schädigen), wohl aber krankmachende Zellen (z. B. Krebszellen) sowie Bakterien bzw. Viren (z. B. HI-Virus).

Nebenwirkungen soll es laut Fürsprechern bei MMS nicht geben. Anwender teilten jedoch mit, Magen-Darm-Beschwerden in unterschiedlichen Schweregraden zu haben, die zuweilen lebensbedrohlich sein können. Bislang liegen keine wissenschaftlich verlässlichen Studien zur klinischen Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Miracle Mineral Supplement vor.

Bewertung und Empfehlung:

Aufgrund der möglichen schweren Nebenwirkungen von MMS und ohne Belege zur klinischen Unbedenklichkeit und Wirksamkeit kann die Einnahme von MMS keinesfalls empfohlen werden.

Das traditionelle pflanzliche Heilmittel aus Thailand enthält gut erforschte Inhaltsstoffe (insbesondere sogenannte Glycosphingolipide), denen in Asien nachgesagt wird, dass sie u. a. vorbeugende und therapeutische Wirkungen gegen Krebserkrankungen haben. Derzeit ist weder die biologische und pharmazeutische Qualität (u. a. Fehlen von infektiösen Krankheitserregern, gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffen und Umweltgiften) noch die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Murdannia loriformis durch angemessene Untersuchungen und Studien belegt. Dies ist aufgrund von gravierenden methodischen Mängeln aller vorliegenden Untersuchungen und Studien nicht möglich.

Bewertung und Empfehlung:

Weder kann die krebsvorbeugende bzw. krebstherapeutische Wirksamkeit von Murdannia oder ihrer Extrakte belegt werden, noch können gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen, die zudem die Krebsstandardtherapie hemmen könnten, ausgeschlossen werden. Daher ist der Verzehr bzw. die Einnahme von Murdannia oder ihrer Extrakte keinesfalls zu empfehlen.

ACHTUNG:

Bei der Anwendung von Heilmitteln aus anderen Kulturkreisen ist allgemein zu beachten, dass sich Menschen verschiedener Herkunft zum Teil erheblich in ihren vererbten Reaktionsweisen (z. B. im Hinblick auf ihren Stoffwechsel) unterscheiden (siehe Traditionelle Chinesische Medizin).

Die Funktion der „Natürlichen Killer-Zellen“ (= NK-Zellen) soll von einem Test überprüft werden, der von „Immunlaboratorien“ angeboten wird. Bei NK-Zellen handelt es sich um wichtige Zellen des angeborenen, unspezifischen Immunsystems, die Fremdzellen (unter anderem Krebszellen) abtöten können. Laut den Anbietern des Tests kann die eingeschränkte Funktion der NK-Zellen mit Immuntherapien behandelt werden. Es wird der Eindruck erzeugt, dass es die Möglichkeit gibt, mit dem Ergebnis des Tests eine für den Patienten individualisierte Immuntherapie mit optimaler Wirksamkeit anzubieten.

Bewertung und Empfehlung:

Aus wissenschaftlicher Sicht müssen NK-Zell-Funktionstests strikt abgelehnt werden, weil sie

  • die Funktion des komplexen Immunsystems fälschlicherweise nur anhand der NK-Zellen beurteilen.
  • Abwehr hemmende Zellen und Botenstoffe unberücksichtigt lassen und aus diesem Grund zu falschen Therapieempfehlungen führen.
  • zu falschen Therapien verleiten und keinen therapeutischen Vorteil bieten.

Falls überhaupt, könnten individualisierte Immuntherapien, wie sie aus dem Funktionstest „NK-Zellen“ abgeleitet werden, nur auf Grundlage einer Analyse des gesamten Immunsystems erfolgen.

Begründet wurde die „Neue Medizin“ (NM), auch „Germanische Medizin“ genannt, im Jahr 1981 von R.G. Hamer. Die „Neue Medizin“ gibt vor, eine „naturwissenschaftliche Medizin“ zu sein, gründet aber auf wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren „Gesetzen der Natur“. Auslöser für Erkrankungen wie Krebs sei das sogenannte „Dirk Hamer Syndrom“, darunter versteht man laut NM Schockerlebnisse (= „biologische Konflikte“). Dabei soll die Heilungsphase durch die Lösung des „biologischen Konfliktes“ eingeleitet werden. Sie könne dabei angeblich auf Organ- und Gehirnebene (Ödembildung um den sogenannten Hamer’schen Herd) nachgewiesen werden.

Bewertung und Empfehlung:

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinerlei Grundlage für die diagnostischen und therapeutischen Ansätze der NM. Hinzu kommt, dass es derzeit keine wissenschaftlichen Hinweise dafür gibt, dass psychische Faktoren (Schockerlebnisse, Stress) auf die Entstehung oder den Verlauf einer Krebserkrankung Einfluss haben. Die Lebensqualität kann jedoch aufgrund von Belastungen mit derartigen Vorstellungen stark beeinträchtig werden und zu starken Ängsten und Schuldgefühlen führen.

Gewonnen wird der Noni-Saft aus der tropischen Strauchfrucht Morinda citrifolia. Neben einer großen Anzahl an verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen enthält der Saft laut Werbung auch spezielle Enzyme, die eine positive Wirkung auf Abwehrleistungen des menschlichen Organismus haben sollen.

Bewertung und Empfehlung:

Aus wissenschaftlicher Sicht sind die derzeit veröffentlichten Untersuchungsdaten über die Wirkung des Noni-Saftes bei Krebserkrankungen sehr ernüchternd. Sie geben weder wissenschaftlich fundierte Hinweise auf die Wirksamkeit der Anwendung, noch gibt es glaubhafte Falldarstellungen. Aufgrund der fehlenden Prüfungen auf Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit des Noni-Saftes kann die Einnahme auf keinen Fall empfohlen werden.

Bei Nosoden handelt es sich um Hochpotenzen von krankheitsauslösenden körpereigenen oder körperfremden Substanzen, einschließlich Viren und Bakterien. Durch eine homöopathische Zubereitung soll die eigentlich krank machende Wirkung der Nosoden aufgehoben werden. Nosoden sollen dabei in spezifische, aktivierende Reize für das körpereigene Immunsystem umgeformt werden. Als immunaktive Substanzen soll es sinnvoll sein:

  • zur Krebsvorbeugung.

  • zur Behandlung von Vorstufen bestimmter Krebsarten.

  • zur Vorbeugung von Rezidiven und Metastasen.

Bewertung und Empfehlung:

Die Nosodentherapie kann nicht zur Vorbeugung und Therapie von Krebserkrankungen empfohlen werden, da die Therapie aus wissenschaftlicher Sicht nicht ausreichend auf Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft worden ist.

Der Mund wird beim Ölziehen (auch Ölkauen, Ölsaugen oder Ölkur) mit Pflanzenöl gespült. Dabei soll ein Esslöffel Sonnenblumen-, Sesam- oder Olivenöl im Mund und zwischen den Zähnen für mindestens zehn Minuten bewegt werden. Nach Beendigung des Ölziehens soll das Öl, das die Giftstoffe und gesundheitsschädlichen Bakterien des Mund-Rachenraumes enthält, ausgespuckt werden. Den Ursprung hat das Ölziehen in der Ayurveda-Medizin. Es handelt sich dabei um ein„Ausleitendes Verfahren“. Krankheiten wie zum Beispiel Kopf- und Zahnschmerzen, Hauterkrankungen, Rheuma, Arthrose, Blasen- und Nierenleiden können laut Fürsprechern durch Ölziehen gelindert oder geheilt werden. Ölziehen ist in der Alternativmedizin weit verbreitet, obwohl es keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit gibt.

Bewertung und Empfehlung:

Patienten leiden häufig an Mundgeruch, wenn sie eine Krebserkrankung im Mund-Rachen-Raum oder Magen-Darm-Trakt sowie in Leber oder Niere haben. Auch Krebstherapien (z. B. Chemo-, Strahlen-, Antihormontherapien) können Mundgeruch verursachen. Durch die Auswirkungen der Behandlung auf die Schleimhautzellen können diese vermehrt absterben (eine Geruchsentwicklung hervorrufen) und einen Nährboden für Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) bilden. Gase, die von Bakterien und Pilzen freigesetzt werden, können den Mundgeruch hervorrufen. Gegen Mundgeruch wird bereits im Talmund (Schriftwerk, das die Regeln für die Umsetzung der hebräischen Bibel in Praxis und Alltag enthält) empfohlen, täglich eine Mundspülung mit einem Teelöffel Olivenöl zu machen. Dabei sollte das Öl alle Bereiche umspülen und ca. fünf bis zehn Minuten im Mund gehalten werden. Zum einen hat die Ölsäure im Olivenöl eine antioxidative und bakterientötende Wirkung, zum anderen bildet es einen Schutzfilm auf der Schleimhaut. Der Effekt kann durch eine Zugabe von frischem Zitronensaft erhöht werden. Ölziehen kann jedoch nicht zur Vorbeugung oder Therapie von Krebs oder anderen Erkrankungen empfohlen werden. Es kann allenfalls zur Reduktion von Mundgeruch beitragen.

Der OET basiert auf einer Beobachtung aus den 1950er Jahren. Es wurde beobachtet, dass Erythrozyten (= rote Blutkörperchen) von einem „Eiweißfilm“ umgeben sind, der sich im Krankheitsfall verändert. Angeblich können mittels einer besonderen Mikroskopiertechnik (Phasenkontrastmikroskopie) Besonderheiten der Erythrozyten und des Blutplasmas (= Blutflüssigkeit, in der auch die Erythrozyten transportiert werden) erkannt und bewertet werden. Fürsprecher des Optischen Erythrozytentests geben an, dass das Blut kranker und gesunder Menschen mithilfe des OET mit hoher Sicherheit unterschieden werden kann. Der OET soll zudem in der Lage sein, Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen und soll Betroffenen nach erfolgreicher Krebsbehandlung eine sichere Nachsorge ermöglichen.

Bewertung und Empfehlung:

Aus wissenschaftlicher Sicht fehlt dem „Optischen Erythrozytentest“ jede Basis. Sowohl Wirkmechanismen als auch die Aussagefähigkeiten des OET sind nicht bekannt. Die Messmethode kann auf keinen Fall empfohlen werden, da vergleichbare Untersuchungen mit standardisierten Testverfahren fehlen, die die Wertigkeit des OET dokumentieren.

Bei Organpeptidpräparaten handelt es sich um Extrakte tierischer Organe. Als Anwendungsgebiete werden von Befürwortern und Herstellern folgende Punkte genannt:

  • Verbesserung der Verträglichkeit von Krebs-Standardtherapien.
  • Stabilisierung des Blutes und der blutbildenden Organe unter Chemotherapie.
  • Minderung von Schmerzen und Erbrechen.
  • Verkürzung der Erholungsphase nach Krebsoperationen.
  • Steigerung der Abwehrkräfte.
  • Verbesserung des Allgemeinbefindens.

Derzeit gibt es verschiedene Präparate auf dem Markt:

Faktor AF2:

Bei Faktor AF2 handelt es sich um ein aminosäurehaltiges Organextrakt/Peptidgemisch aus Milz und Leber vom Schwein, einst von Schafembryonen/Lämmern. Der Faktor soll Abwehr steigernde/Abwehr schützende Bestandteile enthalten.

NeyDIL Nr. 66 (früher NeyTumorin):

NeyDIL Nr. 66 ist ein Präparat, bei dem es sich um ein gefriergetrocknetes Extrakt u. a. aus Gehirn, Plazenta, Thymus, Hoden, Nabelschnur, Nebennieren, Schilddrüse, Knochenmark, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere, Milz und Darmschleimhaut von Föten und Jungtieren von Rindern und Schweinen handelt. Dem Organismus werden der Theorie nach durch die zytoplasmatische Behandlung mit NeyDIL Nr. 66 „physiologische Reparationshilfen“ zugeführt. Diese sollen zu einer Erneuerung der defekten (Organ-)Strukturen führen. Die Therapie mit einem großen Spektrum von Organbestandteilen soll effektiver sein als Behandlungen mit Einzelsubstanzen.

Polyerga:

Das Präparat setzt sich aus Peptiden der Milz von Schweinen zusammen. Es wird damit geworben, dass Polyerga seit über 40 Jahren in der Tumortherapie eingesetzt wird. Polyerga soll in einer Vielzahl kontrollierter Studien und Anwendungsbeobachtungen seine Wirksamkeit nachgewiesen haben.

Allein ein Blick auf die wissenschaftlichen Datenbanken wie zum Beispiel MedLine kann diese Aussagen nicht belegen. Es liegen bislang keine fundierten Daten bzgl. klinischer Unbedenklichkeit und Wirksamkeit vor. In der Literatur sind bisher nur für den Faktor AF2 vier Studien zu Brust-, Prostata- und Harnleiterkrebs belegt. Nur letztere genügt den wissenschaftlichen Ansprüchen.

Diese Studie zum Urothelkarzinom hat ergeben, dass die komplementäre Gabe von Faktor AF2 keinen Einfluss auf die klinische Ansprechrate der Chemotherapie hatte. Die Gabe minderte jedoch deren Hämatotoxizität (= therapiebedingte Reduktion von Zellen des Blutes). Aufgrund der niedrigen Patientenzahl in der Studiengruppe war lediglich ein vielversprechender Trend erkennbar. Zur Bestätigung benötigen diese Daten eine weitere kontrollierte Studie. Die derzeitigen Ergebnisse können jedoch nicht als Beweis gelten. Daher kann keine Therapieempfehlung für Polyerga ausgesprochen werden. Für die weiteren Organpeptidpräparate liegen bislang, entgegen mancher Werbeaussagen, keine wissenschaftlichen Studien vor.

Bewertung und Empfehlung:

Derzeit fehlen noch verlässliche Daten zu experimentellen/molekularen Wirkmechanismen sowie zur klinischen Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei Organpeptidpräparaten. Aus diesem Grund kann die Verwendung der Organpeptidpräparate in der Krebsbehandlung nicht empfohlen werden.

Bei der Ozontherapie handelt es sich laut ihren Fürsprechern um eine Therapie, die u. a. verabreicht wird:

  • zur Nachbehandlung bei Krebserkrankungen.
  • als Begleittherapie während und nach Chemo- und Strahlentherapien.
  • zur Verbesserung von Lebensqualität und Abwehrlage.

Zahlreiche Theorien gibt es zum Konzept der Ozontherapie, z. B.:

  • die Regulation des Sauerstoff-Stoffwechsels.
  • die Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes.
  • die Heilung und Ablösung von Wunden.
  • die Aktivierung körpereigener Enzyme.

Bewertung und Empfehlung:

Es liegen noch keine wissenschaftlich fundierten Untersuchungen zu Unbedenklichkeit und Wirksamkeit des Verfahrens vor. Jedoch sind zahlreiche Nebenwirkungen beschrieben, z.B. Schmerzen im Einstichbereich, eitrige Entzündungen im Bereich der Einstichstelle (= Spritzenabszesse), Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Herzrhythmusstörungen bis hin zu Todesfällen.

ACHTUNG:

Von einer Anwendung der Ozontherapie bei Krebserkrankungen ist aufgrund der nicht bewiesenen therapeutischen Wirksamkeit und der zum Teil schweren Nebenwirkungen dringend abzuraten.

Bei ProstaSol handelt es sich laut der Internetpräsentation der Vertreiberfirma um ein Nahrungsergänzungsmittel, welches u. a. aus Scutellaria, Ginseng, Skullcap, Reishi, Ingwer, Brennnessel, Pygeum, Quercetin, Resveratrol sowie Sitosterolgemische besteht. Dienen soll es der Gesunderhaltung der Prostata.

Bewertung und Empfehlung:

Aus wissenschaftlicher Sicht sind sowohl die Einzelkomponenten als auch deren Kombination hinsichtlich Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht ausreichend geprüft. Pflanzenbestandteile können pharmakologische Wirkungen haben, jedoch ist zum Großteil nicht belegt, worin sie genau bestehen und welche klinische Bedeutung sie haben. Es kann keine Empfehlung für ProstaSol gegeben werden, da der Mehrwert weder bei der Therapie bei Prostatakrebspatienten noch zur Vorbeugung einer Prostatakrebserkrankung ersichtlich ist.

Die Redox-Serumanalyse (RSA; auch Komplexe Serum-Redoxdifferenz Provokationsanalyse genannt) gestatte laut den Erfindern und Fürsprechern (Heinrich und Hamann) erstmals eine verlässliche Aussage über die individuelle, körpereigene Antioxidation (Fähigkeit zur Neutralisierung krankmachender Sauerstoffverbindungen, sogenannter freier Radikale). Die Redox-Serumanalyse soll angeblich über Krebserkrankungen informieren und lebenswichtige Stoffwechselreaktionen des Körpers widerspiegeln können. Dabei beruht das Testverfahren (RSA) auf der Methode, dass reaktive Substanzen (Oxidantien, z. B. Koffein) den entnommenen Blutproben zugesetzt werden. Betrachtet wird die im Reagenzglas messbare Reaktion als Maß für die Entgiftungs- und Neutralisationskapazität. Ein maßgeschneiderter Rezepturvorschlag soll anhand der Messwerte ermöglicht werden, welche Rückschlüsse auf den individuellen Vitalstoffbedarf möglich machen.

Bewertung und Empfehlung:

Da derzeit keine Informationen zur Aussagefähigkeit mittels Vergleichsuntersuchungen vorliegen und somit das Verfahren nicht auf seine Richtigkeit geprüft ist, muss die RSA aus wissenschaftlicher Sicht abgelehnt werden. Die komplexen Vitalstoffmischungen sind nicht auf Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft, jedoch sehr teuer. Schlussendlich basiert eine nicht unbedenklichkeits- und wirksamkeitsgeprüfte Behandlung (Vitalstoffe) auf einem nicht wissenschaftlich geprüften Messverfahren (RSA).

ACHTUNG:

Es gibt die irreführende und unbewiesene Aussage, dass nur wiederholte Kontrollen des Bedarfs durch wiederholte RSA-Messungen und die den neuen Messwerten angepasste Dosierung der Vitalstoffe den gewünschten Therapieerfolg sowie den vorbeugenden Schutz versprechen können.

Pflanzliche Östrogene (Phytoestrogene) sind ein zentraler Bestandteil von Soja bzw. Sojaprodukten (z. B. Tofu, Miso, Tempeh). Phytoestrogene sind dem Geschlechtshormon Östrogen in Aufbau und Wirkung ähnlich. Jedoch unterscheiden sie sich in Ihrer Wirkung, welche bei Phytoestrogenen um den Faktor 1000 geringer ist. Ihnen wird aufgrund ihrer hormonähnlichen Wirkung eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt. Die Behauptung stützt sich auf die Tatsache, dass Asiaten, die traditionsgemäß regelmäßig Sojaprodukte verzehren, seltener an Brustkrebs (Frauen) bzw. Prostatakrebs (Männer) erkranken. Daraus wurde abgeleitet, dass durch eine phytoestrogenhaltige Ernährung oder durch die Einnahme phytoestrogenhaltiger Nahrungsergänzungsmittel eine Brust- und Prostatakrebsprophylaxe möglich wäre.

Bewertung und Empfehlung:

Hochdosierte, phytoestrogenhaltige Extrakte/Nahrungsergänzungsmittel (u. a. Isoflavone, Soja-, Rotkleeextrakte) sollten von Frauen, die an einem Hormonrezeptor-positiven Krebs erkrankt sind (Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs) nicht eingenommen werden. Es besteht die Gefahr, dass sich die durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführten Phytoestrogene an Hormonrezeptoren von Krebszellen anlagern und die Zellen zum Wachstum anregen. Die Warnung betrifft nicht den Verbrauch von Sojaprodukten im Rahmen einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung. Der Verzehr von Sojaprodukten hat keinen negativen Einfluss auf die leitliniengemäße Antihormontherapie (mit Tamoxifen, Aromatasehemmern und Goserelin/Zoladex) bei Brustkrebspatientinnen. Dies belegte eine kontrollierte klinische Studie. Im Gegenteil profitierten Frauen, die Sojaprodukte im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung zu sich nahmen, signifikant besser von den Antihormontherapien.

ACHTUNG:

Die Stellungnahme des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) hat darauf hingewiesen, dass die angeblichen positiven Wirkungen von phytoestrogenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln (u. a. Linderung von Wechseljahrbeschwerden) wissenschaftlich nicht belegt sind.

Die zu der Gattung der Cyanobakterien (alte Bezeichnung: Blaualgen) gehörige Spirulina, z. B. Spirulina fusiformis oder Spirulina platensis, gedeiht u. a. in tropischen/subtropischen Gewässern. „Spirulina-Mikroalgen“ enthalten laut Hersteller und Vertreiber ca. 60 bis 70 % Eiweiß, lebensnotwendige Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe (u. a. Eisen und Magnesium), Enzyme und verschiedene Karotinoide. Die bislang noch nicht wissenschaftlich glaubhaft nachgewiesene Hauptwirkung von Spirulina soll die Stärkung des Immunsystems sein. Laut Werbung sollen „Spirulina-Mikroalgen“ vor Krebs schützen und Viruserkrankungen verhindern können.

Bewertung und Empfehlung:

Für diese Werbeaussage fehlt aus wissenschaftlicher Sicht jede Grundlage. Die Anwendung der Spirulina-Präparate kann nicht empfohlen werden, da sowohl deren Unbedenklichkeit als auch Wirksamkeit nicht hinreichend nachgewiesen worden sind.

Bekannt ist die Stachelannone (Annona muricata) auch unter den Begriffen Sauersack oder Graviola, Soursop, Sirsak, Guanábana, Guyabano und Corossol. Dabei handelt es sich ursprünglich um einen aus Südamerika sowie der Karibik stammenden exotischen Obstbaum. Aus botanischer Sicht ist die Frucht der Stachelannone eine bis zu mehreren Kilogramm schwere Beere. Aus dem Fruchtfleisch wird in den Ursprungsländern Fruchtsaft, Marmelade oder Gemüse hergestellt. Medizinischen Bekanntheitsgrad erlangte die Stachelannone durch ihren Samen, der ein Nervengift enthält, welches zu degenerativen Nervenerkrankungen führt. Laboruntersuchungen deuten auf wachstumshemmende Aktivitäten von Stachelannone-Fruchtextrakt gegen Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebszellen hin. Nach wie vor sollten diese Daten als „experimentell“ betrachtet werden, da die Daten weiterer Bestätigungen bedürfen. Laboruntersuchungen von pflanzlichen Heilmitteln bzw. Medikamenten sind nicht direkt auf den Menschen übertragbar. Es ist unabdingbar, die Wirkung der Stachelannone in kontrollierten Untersuchungen/Studien auf ihre klinische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu prüfen, um Therapieempfehlungen geben zu können.

Bewertung und Empfehlung:

Derzeit liegen keine Forschungs-/Untersuchungsergebnisse vor, welche die Aussage der Werbung bestätigen, dass die Frucht der Stachelannone „Krebszellen bis zu 10.000 Mal effektiver abtötet als starke Chemotherapie-Medikamente, und das ohne Nebenwirkungen und ohne gesunde Zellen zu schädigen“. Deshalb kann aus wissenschaftlicher und patientenorientierter Sicht der Verzehr von Fruchtauszügen oder Extrakten der Stachelannone zur Krebsvorbeugung oder Krebstherapie nicht empfohlen werden.

Wichtige Funktionen werden innerhalb der körpereigenen Abwehr von der Thymusdrüse erfüllt, welche zum sogenannten lymphatischen System gehört. Der Spiegel aktiver Thymusfaktoren sinkt im Alter aufgrund der abnehmenden Größe, Gewicht und Funktion der Thymusdrüse. Die Thymusdrüse ist in der Regel bei Erwachsenen kaum mehr nachweisbar. Dieser bekannten Funktion im Körper liegt die Vermutung zugrunde, dass die Immunabwehr des Körpers durch von außen zugeführte Thymusextrakte angeregt werden könnte. Dabei unterscheidet man zwischen vier Gruppen von Präparaten:

  • Thymuspeptide

  • Thymuspeptidgemische

  • Thymusgesamtextrakt

  • Thymusfrischextrakt

Die Zusammensetzung der ersten drei Präparate ist standardisiert und bekannt. Die Zusammensetzung von Thymusfrischextrakten ist nicht standardisiert und somit auch nicht berechenbar.

Bewertung und Empfehlung:

Bisher kann keine Klarheit aus den vielen verfügbaren Studien zur Therapie mit Thymuspeptidgemischen oder definierten Thymuspeptiden gewonnen werden. Alle Studien zeigen gravierende Schwächen auf und werden den wissenschaftlichen Standards in keiner Weise gerecht. Aus diesem Grund kann keine gesicherte Aussage aus den vorliegenden Ergebnissen über die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Thymustherapie getroffen werden. Die Behandlung mit Thymuspeptiden oder Thymuspeptidgemischen kann nicht empfohlen werden, bis aussagekräftige Ergebnisse vorliegen. Wissenschaftlich gesicherte experimentelle oder klinische Wirksamkeitsnachweise für die Thymusfrischextrakte liegen derzeit nicht vor. Da diese Extrakte nicht standardisiert sind und die Inhaltsstoffe stark variieren können, ist keine Gewährleistung für Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit möglich.

ACHTUNG:

Achten Sie bei der Einnahme von Thymusfrischextrakten darauf, dass die Gefahr von ernsten Infektionskrankheiten sowie von allergischen Reaktionen auf die (überwiegend unbekannten) Bestandteile des Präparates bis hin zu Todesfällen besteht.

Transketolase-1 (TKTL-1) ist ein Enzym, das den Glukose(= Zucker)stoffwechsel von Zellen reguliert. Dabei nehmen TKTL-1-positive Zellen mehr Glukose auf als TKTL-1-negative Zellen.

Daraus wurde gefolgert (jedoch klinisch noch nicht belegt), dass eine erhöhte Glukoseaufnahme über die Nahrung zu einer gesteigerten Aggressivität von TKTL-1-positiven Krebszellen führe. Von Fürsprechern werden derzeit folgende Verfahren zum Nachweis von TKTL-1-Enzymaktivität in Krebszellen angewendet:

  • Nachweis der Enzymaktivität in operativ bzw. per Biopsie entnommenem Tumorgewebe. Das vom Pathologen gefärbte Tumorgewebe wird feingeweblich untersucht.
  • Nachweis durch Blutentnahme. Mittels spezifischer Antikörper und Lasertechnik wird das Blut bzw. definierte Zellen des Blutes (sogenannte „aktivierte Makrophagen“/Fresszellen) auf TKTL-1 getestet.

Bewertung und Empfehlung:

Aus wissenschaftlicher Sicht sind derzeit beide Methoden nicht ausreichend auf Richtigkeit geprüft und sind daher für eine patientenorientierte Diagnostik nicht geeignet.

Unter dem Begriff der „Traditionelle Chinesische Medizin“ (TCM) haben fernöstliche Heilpraktiken (wie zum Beispiel Akupunktur, Akupressur, spezielle Ernährungslehre, Pflanzenheilkunde sowie Entspannungs- und Massagetechniken) Einzug in die westlichen Therapiekonzepte erlangt. Von westlichen, wissenschaftsgeprägten Diagnostik- und Therapieprinzipien weichen die Theorien der „Traditionellen Chinesischen Medizin“ stark ab. TCM-Methoden sollen der Lehre nach den gestörten Fluss der Lebensenergie (= Chi) wieder harmonisieren. Des Weiteren sollen TCM-Behandlungen zu einer Stärkung des inneren Gleichgewichts sowie einer höheren Lebensqualität führen und das Immunsystem aktivieren. Für die Diagnostik- und Therapiemaßnahmen der TCM liegen derzeit noch keine kontrollierten klinischen Studien vor, die die westlichen Qualitätsstandards erfüllen.

Bewertung und Empfehlung:

Gegen die komplementäre Anwendung definierter TCM-Behandlungen (z. B. Akupunktur, Chi-Gong, Tai Chi) ist kein Einwand zu erheben. Jedoch sind bei der Verwendung von Arzneimittelzubereitungen aus anderen Kulturkreisen wie z. B. Asien grundsätzlich folgende Punkte zu bedenken:

  • Menschen mit verschiedenen Ursprüngen weisen zum Teil erhebliche Unterschiede in ihren vererbten Reaktionsweisen, z. B. im Hinblick auf ihren Stoffwechsel auf. In dem entsprechenden Kulturkreis können daher bestimmte Arzneimittel sinnvoll sein, bei Menschen mit anderen Erbanlagen hingegen besteht die Gefahr, dass die Wirkung ausbleibt bzw. sogar gegenteilige, unerwünschte Wirkungen mit der Einnahme der Arzneimittel verbunden sind.
  • Bei der Einnahme von Arzneimitteln, die keine Zertifizierung von den deutschen Behörden erhalten haben, ist besondere Vorsicht geboten (vor allem bei Kräutermischungen). Die in der Volksrepublik China auf Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüften Arznei- bzw. Heilmittel entsprechen nicht den Ansprüchen in unserem Kulturkreis.
  • In den pflanzlichen Arzneimitteln werden immer wieder gesundheitsschädliche Belastungen mit Schwermetallen oder Pestiziden und unkontrollierte Beimischungen (wie synthetische Hormone, Blutverdünnungsmittel, Betäubungs- oder Schlafmittel) entdeckt.

Daher ist bei der Anwendung von Kräuterzubereitungen oder Arzneimitteln der TCM immer eine Testung nach unseren westlichen Standards angezeigt.

WICHTIG ZU WISSEN:

Immer wieder kommen auf Patienten hohe Kosten für nicht auf Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüfte Verfahren der TCM zu. Aus diesem Grund hat ein Zusammenschluss von Ärztegesellschaften für Akupunktur konkrete Qualitätsstandards für eine qualitativ hochwertige TCM-Behandlung erarbeitet, dieser vergibt zudem ein Qualitätssiegel für Ärzte, welche die Qualifikationen und Voraussetzungen erfüllen und sich an die definierten Leitlinien halten.

Das Mischpräparat Ukrain besteht aus Schöllkraut und dem Zytostatikum Thiotepa. Das Anwendungsgebiet für Ukrain umfasst laut Hersteller und Befürwortern alle Krebsarten, mit der Ausnahme der Krebsarten des zentralen Nervensystems bzw. des Gehirns. Der Hersteller wirbt mit einer Studie, in der Krebspatienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs u. a. Ukrain verabreicht wurde. Genaue Analysen dieser Angaben zeigten jedoch schwerwiegende Mängel im Bereich der Planung, Durchführung und Auswertung der Studie auf, sodass keine wissenschaftlich fundierte Aussage bezüglich Unbedenklichkeit und Wirksamkeit des Arzneimittels getroffen werden kann.

Bewertung und Empfehlung:

Der wissenschaftliche Nachweis der klinischen Unbedenklichkeit und Wirksamkeit für Ukrain konnte bis jetzt nicht erbracht werden, obgleich experimentelle Daten (größtenteils aus Zellkulturen, Tierversuchen und klinischen Falldarstellungen) verfügbar sind.

ACHTUNG:

In Deutschland darf Ukrain weder als Arzneimittel in Verkehr gebracht noch bei Patienten angewendet werden, da es vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als bedenkliches Arzneimittel eingestuft worden ist.

Vitalpilze, auch Heilpilze genannt, werden inzwischen auch in Deutschland kultiviert. Dabei handelt es sich um Speisepilze (z. B. Reishi, Shiitake, Maitake) aus uns fremden Kulturkreisen (vor allem aus China und Japan). In Asien werden die Vitalpilze aufgrund ihrer Inhaltsstoffe (u. a. Mineralien, Spurenelemente, Vitamine, Zucker und Eiweiße) auch als „Heilmittel“ betrachtet. Zudem sollen sie auch vorbeugend und therapeutisch gegen Krebserkrankungen wirksam sein. Bislang konnten ihre biologische und pharmazeutische Qualität (Fehlen von gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffen und Umweltgiften) sowie ihre Unbedenklichkeit und Wirksamkeit jedoch nicht belegt werden. Alle vorliegenden Studien sind nicht für eine Bewertung geeignet, da sie erhebliche methodische Mängel aufweisen.

Bewertung und Empfehlung:

Bislang ist weder eine krebsvorbeugende noch eine krebstherapeutische Wirksamkeit belegt, sodass der Verzehr bzw. die Einnahme teurer Vitalpilze oder ihrer Extrakte nicht empfohlen werden kann. Gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen, die die Krebsstandardtherapie hemmen könnten, sind zudem nicht auszuschließen.

Vitamin C (Ascorbinsäure) kann vom Körper selbst nicht gebildet werden und ist ein lebensnotwendiges und wasserlösliches Vitamin. In unserem Kulturkreis wird es normalerweise in ausreichender Menge mit der täglichen Nahrung aufgenommen. Besonders reichhaltig kommt es in Zitrusfrüchten, frischem Obst, in Paprika, Zwiebeln und vielen Gemüsesorten vor. Laut der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) liegt der tägliche Vitamin-C-Bedarf bei ca. 60 bis 100 mg. Die amerikanische Bundesbehörde FDA (= Food and Drug Administration) hat mittels Untersuchungen herausgefunden, dass der Magen-Darm-Trakt des Menschen nicht mehr als ca. 400 mg aufnehmen kann. Alles, was darüber hinaus eingenommen wird, wird direkt wieder ausgeschieden. Daher ist der Sinn von Hochdosis-Vitamin-C-Gaben als Nahrungsergänzungsmittel (Kapsel, Tablette, Tropfen, Brause) nicht erkennbar und abzulehnen. Bei Vitamin-C-Mangel sollte die orale Vitamin-C-Gabe (also das Schlucken von Vitamin-C-Präparaten) nur in Anlehnung an die empfohlenen täglichen Verzehrmengen der nationalen und internationalen Fachgesellschaften erfolgen.

Bewertung und Empfehlung:

Derzeit liegen nur wenige fundierte Daten aus wissenschaftlichen Studien vor, die sich mit der Wirkung von Vitamin C bezüglich Krebsvorbeugung und Krebstherapie befassen. Es wird allenfalls der Hinweis gegeben, dass Vitamin C die Entstehung einiger krebserregender Substanzen hemmen kann und dass der Verzehr von Vitamin-C-haltigen Nahrungsmitteln mit einem kleineren Risiko einhergeht, an Magen- und Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Wissenschaftlich fundierte Studien konnten nicht bestätigen, dass die vielversprechenden Ergebnisse früherer Untersuchungen, die bei der Therapie von Krebspatienten mit hohen Dosen an Vitamin C mehrmals wöchentlich (7.5 Gramm und mehr) über venöse Infusionen arbeiteten, auf einen Lebenszeit verlängernden und Krebs hemmenden Effekt hindeuten (Achtung: Alle früheren Untersuchungen wiesen gravierende Mängel auf und sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht aussagefähig!). Aus diesem Grund kann die Hochdosis-Vitamin-C-Therapie nicht empfohlen werden. Ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sind nicht belegt.

ACHTUNG:

Es muss vor Vitamin-C-Hochdosisinfusionen während Chemo- und/oder Strahlentherapien dringend gewarnt werden. Eine Hochdosisgabe von Antioxidantien (z. B. Vitamin C) kann die Wirksamkeit der Standardtherapien mindern bzw. aufheben, da die Wirksamkeit von Chemo- und Strahlentherapien auf oxidativen Effekten durch freie Radikale basiert

ERFAHRUNGSBERICHTE

 

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Häufig gestellte Fragen im Bereich der Naturheilkunde finden Sie hier.

Falls Sie dennoch weitere Fragen haben, erhalten Sie zusätzliche Informationen auf der Seite des Tumorzentrums München - Komplementärmedizin.

 

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