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Soziale Arbeit in der Onkologie: Ein Gewinn für alle

Prostata Krebs und Bewegung - Soziale Arbeit in der Onkologie

Schon 1905 erkannte der Mediziner Ernst von Leyden, Leiter der 1. Medizinischen Klinik der Charité in Berlin und Gründer des ersten dort angesiedelten Krebsforschungsinstituts, dass neben der medizinischen Versorgung der Patienten auch soziale Probleme eine wichtige Rolle spielen und regte die Einrichtung von Fürsorgestellen für Krebskranke an. Die Soziale Arbeit war zu diesem Zeitpunkt noch am Beginn ihrer Professionalisierung, und gerade der Gesundheitsbereich gehörte zu den ersten großen Betätigungsfeldern.

Was ist Soziale Arbeit?

Soziale Arbeit hat das sehr allgemein gefasste Ziel, Menschen in ihrer Lebens- und Alltagsbewältigung zu unterstützen und soziale Probleme und Benachteiligungen zu reduzieren.

Alice Salomon, eine der Begründerinnen der schulischen Ausbildung von Sozialer Arbeit, formulierte bereits 1921 den für die heutige Sozialarbeit immer noch gültigen Lehrsatz, dass ein Sozialarbeiter seine Kenntnisse anwendet, indem er den Patienten „für eigenes Tun gewinnt, Einsichten in ihm weckt, seine inneren Kräfte löst und ihnen Richtung gibt“. Im heutigen Sprachgebrauch würde man von Empowerment, also Hilfe zur Selbsthilfe, sowie von Ressourcenorientierung an Stelle von Problemorientierung sprechen.

 
Das klassische Instrument der Sozialen Arbeit, die Beratung, stellt den Klienten in den Mittelpunkt und soll ihn unterstützen, „in Bezug auf eine Frage oder ein Problem mehr Wissen, Orientierung und Lösungskompetenz zu gewinnen“ . In Anlehnung an Lüssi umfasst Sozialarbeit jedoch mehr Handlungsarten als „nur“ die Beratung, so sind das Verhandeln zwischen mehreren Beteiligten im Case- und Übergangsmanagement, das Eingreifen zum Schutz von KlientInnen und das Vertreten vor anderen Personen/Institutionen insbesondere bei der Durchsetzung von Rechten wichtige Bestandteile der Arbeit. Ebenso gehört Existenzsicherung durch die Beschaffung von Leistungen und Gütern mit zur Sozialen Arbeit, denn sie „hat es mit vielen handfesten Problemen zu tun. Geldmangel, Kündigung der Wohnung, Stromabstellung und Arbeitslosigkeit“.

 
Soziale Arbeit für KrebspatientInnen

Als so genannte „spezialisierte Generalisten“ liegt die besondere Stärke von SozialarbeiterInnen in ihrer Multidisziplinarität. Die Soziale Arbeit „bietet schwerpunktmäßig Beratung, Unterstützung und Entlastungsangebote bei der Bewältigung krankheitsbedingt veränderter Alltags- und Lebensbedingungen. Sie richtet ihren Blick sowohl auf den erkrankten Menschen als auch auf das soziale Umfeld mit den jeweiligen Ressourcen und Belastungen.“ . Mit diesem systemischen oder ganzheitlichen Blick werden komplexe Problemlagen oft zu „Paketen gebündelt“, Prioritäten erarbeitet und, wenn möglich, an wohnortnahe Hilfen und ExpertInnen für spezifische Fragestellungen vermittelt, was eine fundierte Netzwerkarbeit von SozialarbeiterInnen voraussetzt. SozialarbeiterInnen übernehmen hierbei oft eine Lotsenfunktion im oft komplexen und undurchsichtigen Hilfsnetz.

 
Bei allen Aktivitäten steht für die Soziale Arbeit die Selbstbestimmung des Patienten im Vordergrund; er ist der Experte seiner Situation und darf letztendlich darüber entscheiden, ob Hilfestellungen in Anspruch genommen werden sollen und wenn ja, welche. Hans Thiersch, ein Sozialarbeitstheoretiker, formuliert eindringlich: „dass Menschen auch gegen die Macht der Krankheit (..) erfahren müssen, dass sie zuständig für sich sind. (…), dass sie in Entscheidungen miteinbezogen sind, dass sie wählen können, weil sie informiert sind.“ .

Die Angebote von Beratungsstellen wie der Krebsberatungsstelle im Tumorzentrum München beschäftigen sich mit genau diesen Themen. Die Gesprächstermine (telefonisch oder persönlich) sind kostenfrei, vertraulich und finden nach Möglichkeit zeitnah statt.

 
Zum Abschluss darf ich Ihnen noch mein persönliches Fazit aus fast 20 Jahren Tätigkeit in der Sozialen Arbeit mitgeben: Sozialarbeiterin zu sein ist für mich nach wie vor meine Berufung. Menschen auf ihrem persönlichen Weg zu begleiten, sie zu stärken und mit Ihnen Neues zu entdecken, ist für mich jeden Tag aufs Neue eine Erfüllung und Bereicherung.

 

Quelle: Tumorzentrum München

 

Wie Antje mit ihrer Tochter über ihre Krebserkrankung spricht und wie sie als Familie damit umgehen

  

Neue Kooperation mit der Initiative krebskranke Kinder München e.V. 

Initiative krebskranke Kinder - Hilfe - Muenchen

Die 1985 gegründete Initiative unterstützt an Krebs erkrankte Kinder, sowie deren Angehörige durch vielseitige Maßnahmen. Sie versteht sich als Interessensvertreter und Fürsprecher der betroffenen Familien.

Unser Ziel ist es, die Lebenssituation krebskranker Kinder und ihrer Familien zu verbessern, sie in ihrer Extrembelastung zu stützen und ihnen Perspektiven zu bieten – während der akuten Erkrankung, aber auch in den Jahren danach.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.krebs-bei-kindern.de

 

Fragen und Antworten rund um das Thema „LYMPHÖDEM“

Lymphödem bei Krebs -  Brustkrebs, Darmkrebs - Lymphmassage bei Krebs

Das Thema „Lymphödem“ spielt für viele Patienten im Rahmen ihrer Tumorbehandlung eine wichtige Rolle. Da das Lymphsystem jedoch, im Gegensatz zum Blutkreislauf, den meisten Patienten eher unbekannt ist, haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.

1. Welche Aufgaben hat das Lymphgefäßsystem?

Die Aufgabe des Lymphgefäßsystems besteht, neben seinen immunologischen Funktionen, darin die Entsorgung des Zwischenzellraumes (Interstitium) zu gewährleisten. Das Lymphgefäßsystem transportiert die sogenannten lymphpflichtigen Lasten ab. Dazu gehören unter anderem Wasser, Zellen, Eiweißkörper und Fett. Ein intaktes Lymphgefäßsystem kann einen Anstieg dieser lymphpflichtigen Lasten, ausgelöst z.B. durch eine akute Entzündung, gut kompensieren, indem es seine Schlagfrequenz erhöht. Diese Fähigkeit nennt man Sicherheitsventilfunktion. Bei Bedarf kann das Lymphgefäßsystem seine Leistung steigern.

 

2. Welche Funktion übernehmen die Lymphknoten?

In den größeren Lymphbahnen im Körper sind sogenannte regionäre Lymphknoten zwischengeschaltet. Sie konzentrieren die Lymphflüssigkeit und dienen als Filterstation für Krankheitserreger, Zelltrümmer und Fremdkörper. Lymphknoten liegen meistens Gruppenweise zusammen, so z.B. in der Achselhöhle, in der Leistenregion, im Halsbereich und auch im Bauchraum. Jede Lymphknotengruppe hat ein ganz bestimmtes Gebiet zu „entsorgen“. So sind z.B. die Lymphknoten in der Achselhöhle für den gesamten oberen Rumpfquadranten und Teile der Brust zuständig.

 

3. Wie wird die Lymphflüssigkeit in den Gefäßen transportiert?

Die Lymphströmung wird durch verschiedene Kräfte gefördert. Dazu gehören der Flüssigkeitsdruck im Interstitium, die Pulsation der begleitenden Arterien sowie Muskelkontraktionen und die Bewegung der Eingeweide. Hauptsächlich wird die Lymphe aktiv weitergeleitet. Die größeren Lymphgefäße besitzen sogenannte „Lymphherzen“. Diese lösen mit Hilfe eines Schrittmachers Kontraktionen der Wandmuskulatur aus und treiben die Flüssigkeit so im Gefäß weiter. 
Diese Lymphgefäßbewegung wird durch einen erhöhten Dehnreiz angeregt. Wenn mehr Lymphe in das Gefäß strömt, nehmen Frequenz und Amplitude der Pulsationen zu. Ähnlich wirkt dann auch ein von außen durch Druck gesetzter Dehnreiz. Dies können wir durch Manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie und Bewegung erreichen.


4. Wird das Lymphgefäßsystem bei jeder Tumoroperation verletzt?

Immer wenn Lymphknoten entfernt werden oder eine Bestrahlung im Lymphabflussgebiet durchgeführt wurde, kann es zu einer Schädigung des Lymphgefäßsystems kommen.


5. Bekommen dann alle Patienten nach einer Tumoroperation ein Lymphödem?

Nein. Bei den meisten Patienten kann das Lymphgefäßsystem den Schaden kompensieren. Der Körper hat etliche Möglichkeiten um auf die Schädigung zu reagieren und ein Lymphödem abzuwehren. Nichtsdestotrotz sollte das Lymphgefäßsystem nach einer Tumoroperation nicht unnötig belastet werden und es gilt einige Dinge zu beachten.
In Frage 1 wurden die Aufgaben des Lymphgefäßsystems dargelegt. Die Lymphgefäße transportieren verschiedene Lasten aus dem Interstitium ab. Nun sollten alle Maßnahmen die zu einer Erhöhung dieser Lasten führen vermieden werden. Ein Beispiel dazu: Vor Ihrer Tumoroperation sind Sie regelmäßig zu einem Physiotherapeuten gegangen der bei Ihnen ein Fango aufgelegt hat und danach eine kräftige Rückenmassage durchgeführt hat.
Bei diesen Anwendungen kommt es zu einer kräftigen Mehrdurchblutung im Gewebe. Die lymphpflichtige Wasserlast steigt an. Nun kann sein dass Ihr Lymphgefäßsystem gerade noch schafft was es erledigen und abtransportieren muss, aber eben auch kein bisschen mehr davon.
Es gibt durchaus viele Patienten die nie ein Lymphödem entwickeln. Wir wissen aber nicht zu welchen Patienten Sie gehören, wir wissen nicht wie speziell Ihr Lymphgefäßsystem in der Lage ist einen Anstieg der Lymphlast zu kompensieren. Deshalb sprechen wir den Rat aus auf diese Anwendungen sowie alle stark Durchblutungsfördernden Maßnahmen in diesem Quadranten zu verzichten.
Genau gesagt, der Körperquadrant in dem Ihnen Lymphknoten entfernt wurden, oder eine Bestrahlung der Lymphabflussgebiete vorgenommen wurde, sollte diesen Maßnahmen nicht mehr ausgesetzt werden.


6. Wenn es zu einer Schwellung im operierten Gebiet kommen sollte, was ist dann zu tun?

Suchen Sie bitte als erstes Ihren behandelnden Onkologen auf. Es wäre dann wichtig möglichst zeitnah eine ENTSTAUUNGSPHASE einzuleiten. Dies bedeutet: 5 Tage in der Woche eine tägliche Behandlung mit Manueller Lymphdrainage, Hautpflege, Kompressionstherapie mit Kurzzugbinden und Bewegungstherapie.
Diese Entstauungsphase dauert i.d.R. 5-8 Tage, je nach Umfang des Lymphödems.
Wenn der Arm / das Bein weitgehend entstaut wurde, folgt nahtlos die ERHALTUNGSPHASE. Jetzt wird in einem zertifizierten Sanitätshaus ein nach Maß angefertigter flachgestrickter Kompressionsstrumpf angepasst. Diesen tragen Sie täglich bis zum Abend, dann können Sie ihn über Nacht ausziehen.
In der ERHALTUNGSPHASE geht es darum den Behandlungserfolg der ENTSTAUUNGSPHASE zu konservieren. Nur in schweren Fällen, wenn schon Gewebeveränderungen da sind, benötigen Sie regelmäßig Lymphdrainagen.
Nach ca. 6 Monaten verliert der Strumpf seine Spannkraft. Jetzt melden Sie sich wieder bei Ihrem Physiotherapeuten zu einer erneuten ENTSTAUUNGSPHASE an. Alles beginnt von vorne.


7. Mein Therapeut ist der Meinung es würde auch ein Strumpf reichen, stimmt das?

Nein, leider nicht. Nur der täglich neu angelegte Kompressionsverband ist in der Lage Ihr Lymphödem zu verbessern. In Kombination mit Bewegung werden die Lymphpflichtigen Lasten regelrecht herausgedrückt. Der Strumpf hat ausschließlich eine erhaltende und konservierende Wirkung. Er ist zur Entstauung nicht geeignet.


8. Kann mein Arzt auch eine Lymphdrainage anordnen wenn noch kein Lymphödem vorhanden ist, zur Prophylaxe?

Untersuchungen haben gezeigt dass Ihr Lymphgefäßsystem nach einer Tumoroperation geschädigt sein kann. Die Manuelle Lymphdrainage wirkt direkt am Lymphgefäß. Es ist also unter Umständen durchaus sinnvoll wenn Ihr Arzt nach dem operativen Eingriff, nach Ihrer Entlassung, eine Serie von Lymphdrainagen anordnet. Dauerhaft angeordnete Lymphdrainagen, ohne das Vorliegen einer Schwellung oder anderen Komplikationen können aber nicht selbstverständlich empfohlen werden.


9. Worauf muss ich bei der Wahl der Praxis achten, in der ich mich behandeln lassen möchte?

Bitte fragen Sie als erstes ob in dieser Praxis auch bandagiert wird. Wenn Sie schon ein Lymphödem haben, dann helfen Ihnen isoliert durchgeführte Lymphdrainagen nichts. Die Therapeutin / der Therapeut sollte eine abgeschlossene 4-Wochen-Weiterbildung mit bestandener Prüfung vorweisen können.
Fragen Sie bitte auch inwieweit in dieser Praxis Erfahrungen in der Behandlung von Lymphödemen vorliegen. Eine Lymphdrainage darf niemals Schmerzen verursachen. Die Behandlung beginnt immer in gesunden angrenzenden Gebieten, niemals direkt auf der betroffenen Seite. Der Körper wird sowohl von vorne als auch von hinten behandelt. Die Behandlungsdauer sollte mindestens 45 Minuten betragen.


10. Gibt es besondere Ernährungsempfehlungen?

Es gibt keine spezielle Ernährungsempfehlung beim Lymphödem. Trotzdem ist es für Sie wichtig dass Sie sich ausgewogen und bewusst ernähren. Informationen dazu finden Sie ebenfalls auf dieser Seite.


11. Ist es sinnvoll Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen?

Bitte konsultieren Sie zu diesen Fragen unbedingt Ihren Arzt. Nach vorausgegangener Blutuntersuchung kann es durchaus sinnvoll sein, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, so z.B. Selen und Vitamin D, einzunehmen. Dies sollte aber nie ohne Blutuntersuchung geschehen, da Sie sich sonst sehr  schaden können.


12. Gibt es Einschränkungen bei der Auswahl des Sportes den ich ausüben möchte?

Selbstverständlich sind alle Sportarten, bei denen Sie einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt sind, dem Lymphgefäßsystem nicht zuträglich. Geeignete Sportarten wären z.B. laufen, walken, Fahrrad fahren (nach Unterleibskrebs nicht über Stunden hinweg), schwimmen und wandern.
Bei aller Vorsicht ist jede Form der Bewegung besser als nichts zu tun!


13. Meine Haut ist seit der Bestrahlungstherapie empfindlich und leicht verhärtet, was kann ich selber tun?

Bitte pflegen Sie das bestrahlte Hautgebiet täglich. Nehmen Sie hierfür ein natürliches Öl ohne chemische Zusätze z.B. Sanddornöl. Das bestrahlte Hautgebiet sollte 2x täglich mit leichten kreisenden Bewegungen massiert werden, ohne eine Mehrdurchblutung zu erzeugen.

 

Quelle: Tumorzentrum München 

 

Pfeffer – der König der Gewürze

Pfeffer bei Krebs- Krebspatienten, Brustkrebs

Neben Salz ist Pfeffer das am häufigsten verwendete Gewürz weltweit (Aggarwal, 2014). Früher war Pfeffer so wertvoll, dass er sogar mit Gold aufgewogen und als König der Gewürze bezeichnet wurde. Die „Pfeffersäcke“, ursprünglich ein spöttischer Begriff für reiche Kaufleute der Hanse, maßen ihr Vermögen und ihren sozialen Status an der Anzahl der Säcke voller Pfeffer, die sie besaßen. Grund genug, dem „Piper nigrum L.“, wie der echte Pfeffer botanisch genannt wird, einen Blogbeitrag zu widmen.

„Piper nigrum“ heißt übersetzt eigentlich schwarzer Pfeffer. Doch die Früchte der rankenden Pfefferpflanze (Familie Piperaceae), die ursprünglich aus Indien stammt, sind zunächst grün. Erst während der Trocknung verändert sich die Farbe und die Pfefferkörner werden schwarz. Soll die grüne Farbe erhalten bleiben, werden unreife, hellgrüne Pfefferkörner zur Deaktivierung der Reifeenzyme in kochendes Wasser getaucht. Weißer Pfeffer wiederum entsteht bei der Häutung von eingelegten reifen Pfefferkörnern. 

 
Roter Pfeffer ist etwas tückisch, da es zwei Varianten gibt: Die bis zur vollen Reife an der Pflanze verbliebenen Früchte des Piper nigrum ändern ihre Farbe im Laufe der Zeit von grün über gelb zu rot. Dieser rote Pfeffer wird wie der grüne in ganzen Körnern getrocknet oder eingelegt. Allerdings gibt es auch noch einen rosa Pfeffer, dessen pinkfarbene Körner, die eigentlich keine echten Pfefferkörner sind, ähnliche Eigenschaften wie der echte Pfeffer besitzen, und zwar etwas Schärfe und einen leicht süßen Geschmack. Eine hierzulande noch recht unbekannte Pfeffersorte ist der Piper longum. Diese kleinen schwarzen Fruchtkätzchen besitzen ein viel schärferes Aroma als echter schwarzer Pfeffer (Aggarwal, 2014). Und das sind bei weitem noch nicht alle Pfefferarten, die es gibt.

 

Gesundheit und Ernährung

Pfeffer enthält etwa 2-3 % ätherische Öle, die je nach Sorte unterschiedlich und für das spezielle Aroma sowie den spezifischen Geschmack verantwortlich sind (Srinivasan, 2007). Daneben beinhalten die Pfefferkörner viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Phenole, Amide, Alkaloide, Lignane und Terpene (Mahmoudpour, 2019). Der bekannteste und wesentlichste bioaktive Inhaltsstoff ist das Alkaloid Piperin (Srinivasan, 2007). Diese Substanz ist nicht nur Hauptträger der Schärfe (Srinivasan, 2007), sondern besitzt auch eine ganz erstaunliche Eigenschaft. Sie sorgt nämlich dafür, dass bestimmte andere Stoffe von unserem Darm besser aufgenommen werden (Srinivasan, 2007; Di, 2015; Johnson, 2011). Ein prominentes Beispiel dafür ist Kurkuma, das mit Pfeffer oder Piperin versetzt vermehrt resorbiert wird (Sie wollen mehr darüber lesen? Dann greifen Sie zu unserem Blogbeitrag über Kurkuma). Diese Wirkung des Piperin wird sogar bei Arzneimitteln wie bestimmten Antibiotika oder Betablockern genutzt.

 
In der ayurvedischen Medizin hat Pfeffer aufgrund seiner hohen Konzentration an Antioxidantien seit je her eine zentrale Bedeutung und wird als eine der wichtigsten Heilpflanzen angesehen. Aufgrund seiner potenten Inhaltsstoffe zeigt Pfeffer also eine starke antioxidative und entzündungshemmende Wirkung (Srinivasan, 2014). Zusätzlich verleihen ihm diese aber auch antimikrobielle sowie verdauungsfördernde Eigenschaften. Ganz gleich, ob Blähungen (Mahmoudpour, 2019), Krämpfe, Durchfall (Damanhouri, 2014) oder Verstopfung, Pfeffer kann Abhilfe schaffen, indem er zum Beispiel die Sekretion von Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse sowie die Darmperistaltik anregt oder die Passagezeit im Darm verkürzt (Srinivasan, 2007). So werden in der Naturheilkunde bei Verdauungsproblemen in Essigwasser eingelegte Pfefferkörner als Speisegewürz empfohlen. 

 

Zell- und Tierversuchen zufolge kann schwarzer Pfeffer zudem die Entstehung von Krebszellen oder Metastasen hemmen (Manayi, 2018). Eine Studie an Mäusen zeigte außerdem eine verstärkte Wirkung von Docetaxel, einem häufig verwendeten Chemotherapeutikum, bei gleichzeitiger Aufnahme von Piperin mit der Nahrung (Makhov, 2012). Dieser Effekt wird damit begründet, dass Piperin die Aktivität der Enzyme unterdrückt, die das Medikament in der Leber abbauen.

 
Die wärmende und schützende Wirkung von Piperin auf die Lunge macht man sich in der naturheilkundlichen Medizin zunutze, wo Pfeffer traditionell bei Atemwegsbeschwerden und Erkältungskrankheiten eingesetzt wird (Khawas, 2017). Beispielsweise können bei derartigen Erkrankungen die Dämpfe von 2 Esslöffeln frisch gemahlenem Pfeffer, der mit 250 ml siedendem Wasser übergossen wurde, nach kurzem Abkühlen inhaliert werden.

 
In der Küche

Es gibt verblüffend viele Pfefferarten, aber auch die Verwendungsmöglichkeiten sind schier unbegrenzt. Weißer Pfeffer, der in der französischen Küche sehr beliebt ist, passt am besten zu hellen Sahnesaucen. Schwarzer Pfeffer passt prinzipiell zu allen Gerichten, doch der Geschmack ist etwas dominanter als bei weißem Pfeffer. Schwarzer Pfeffer sollte möglichst in ganzen Körnern gelagert werden, denn so behält er seinen Geschmack am längsten. Gemahlener Pfeffer hingegen verliert nach der Öffnung der Verpackung schnell sein Aroma. Bereits nach wenigen Monaten ist kaum mehr etwas davon übrig. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Anschaffung einer guten Pfeffermühle, mit der der Pfeffer bei Bedarf frisch gemahlen wird. Es muss ja nicht gleich eine so überdimensionierte Mühle wie bei so manchem italienischen Restaurant sein, aber frisch gemahlen schmeckt der echte Pfeffer einfach wesentlich besser. 

 
Zu Flüssigkeiten und Saucen sollte Pfeffer immer erst kurz vor dem Verzehr hinzugegeben werden, da er sonst im Verlauf des Kochens sein Aroma verliert und dem Gericht sogar eine bittere Note geben kann.

Da Pfeffer wie jedes andere scharfe Gewürz die Schleimhäute reizen kann, sollten Personen mit Nierenschwäche oder Magen-Darm-Geschwüren vorsichtig mit der Dosierung sein. Ab 50 g oder mehr kann es zu Brennen im Mund- und Rachenraum, Schmerzen in der Magengegend, vermehrtem Durstgefühl oder sogar zu Erbrechen kommen.

 

Quelle: Tumorzentrum München 

 

 

Fein gewürzt – verborgene Gefahren bei Gewürzen und Kräutern

Gewürze bei Krebs- Gefahren und Wirkungen von Gewürzen - Brustkrebs

Wer sich einer gesunden und gleichzeitig nachhaltigen Ernährung verschrieben hat, stößt früher oder später unweigerlich auf das Thema Gewürze. Dabei geht es nicht nur um den wertvollen Beitrag der aromatischen Geschmacksgeber zum kulinarischen Genuss. Immer öfter begegnet man auch alarmierenden Meldungen wie „Ökotest Gewürze – Gift-Paprika und Krebs-Curry“ oder „Mehr exportiert als geerntet – Das große Oregano-Mysterium: Wie das Gewürz mit Laub gepanscht wird“ . Meist stehen unabsichtliche oder auch vorsätzliche Verunreinigungen durch gefährliche Farbstoffe, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Schimmelpilzgifte im Fokus.

 

Ein Beispiel sind die Skandale zu dem verbotenen, krebserregenden Farbstoff Sudanrot in Paprika- und Chilipulver. So mischen einige Gewürzhersteller den Farbstoff in Chili- und Paprikapulver, um mindere Rohstoffqualität aufzuwerten und Farbverluste während der Lagerung auszugleichen. Auch das Gewürz Muskatnuss scheint oft manipuliert zu werden. So wird gemahlener Muskatnuss bis zu 20% Muskatschale beigemischt. „Die Muskatnuss selbst kostet als Rohstoff 25 € das Kilo, die Schale ist eigentlich nur Abfall und wertlos. Bei 20% Beimischung verdient der Gewürzhersteller 5 € mehr pro kg“, so Boris Rafalski, Inhaber eines nachhaltigen Gewürzunternehmens. Bei Pfeffer werden angeblich erst die ätherischen Öle von der Aroma-Industrie extrahiert. Anschließend werden dann die geschmacksarmen Körner von Gewürzhändlern als günstiger Pfeffer weiterverkauft.

Fertigprodukte können (auch ohne das Wissen der Hersteller) mit einer belasteten Charge Chili oder Paprika gewürzt worden sein. Auf diesem Weg gelangen verunreinigte Gewürze oder giftige Farbstoffe in die Haushalte und zu den Verbrauchern. In den USA gab es zwischen 2008 und 2010 beispielsweise rund 1.800 Krankheitsfälle, die auf mit Salmonellen belastete Peperoni zurückzuführen waren.

 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist sich dieses Problems bewusst und gründete im Jahr 2013 das EU-weite Forschungsprojekt „SPICED“ . Ziel der Initiative war es, „neue Analyseverfahren zum Nachweis von Verunreinigungen in Gewürzen und Kräutern zu entwickeln und bestehende Verfahren zu verbessern“. Die Warenkette von Gewürzen und Kräutern von ihrem Anbaugebiet, der Verarbeitung über den Import nach Europa und den Handel bis hin zum Verbraucher wurde bis 2016 untersucht.

 
Bio-Produkte zeigten im Test eine geringere Pestizidbelastung als Gewürze aus konventionellem Anbau. Gewürze kommen zum größten Teil aus Entwicklungsländern. Dort dürfen im konventionellen Bereich genauso wie hierzulande Pestizide eingesetzt werden. Allerdings werden dort die giftigen Pflanzenschutzmittel häufig überdosiert eingesetzt. Hinzu kommt, dass Gewürze meistens nicht gewaschen oder geschält werden. Auf diesem Weg können sehr bedenkliche Pestizide in unser Essen gelangen. Im Bio-Anbau hingegen sind Pestizide verboten.

 

Bei den meisten Gewürzen ist für den Verbraucher nicht ersichtlich, wo sie angebaut wurden. Oft sind mehrere Händler oder Zwischenstufen involviert, die verschiedene Qualitäten und Herkunftsorte zusammenmischen. Dieser Mangel an Transparenz widerstrebt dem allgemeinen Trend, wissen zu wollen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Zudem addieren sich die Schadstoffe der gemixten Einzelprodukte. So konnte die Stiftung Öko-Test bis zu 15 verschiedene Pflanzenschutzmittel in einer einzigen Gewürzprobe nachweisen. Zum Schutz des Konsumenten gibt es Richtlinien bzw. Verordnungen zur Regelung von Kontamination und Rückständen. Die Höchstmengen der einzelnen Schadstoffe wurden im Öko-Test zwar nicht überschritten, derzeit kann aber keine Aussage getroffen werden, ob die Kombination verschiedener Pestizide ein erhöhtes Risiko für den Verbraucher bedeutet.

 

In der Küche

So schön sie auf dem Bild rechts auch aussehen und so beliebt sie als Urlaubsmitbringsel sind, offene, lose angebotene oder in durchsichtigen Gebinden verpackte Gewürze, wie sie gern auf Märkten angeboten werden, sollte man besser nicht kaufen, da sie aus hygienischer Sicht oft fragwürdig sind. Sonnen- und Kunstlicht tragen außerdem dazu bei, dass Gewürze schneller altern und an Geschmack verlieren. Bevorzugen Sie daher dunkle Gläser, Dosen oder nichttransparente, luftdichte Gefäße. Achten Sie unbedingt auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Getrocknete Gewürzprodukte halten zwar länger als Frischware, aber auch nicht unbegrenzt. Kräuter, die nur selten verwendet werden, sollten in entsprechend kleinen Mengen gekauft werden. Beim Kochen sollte die Aufbewahrungsdose, -tüte oder -glas nie direkt über den dampfenden Kochtopf gehalten werden, da die gemahlenen Gewürze durch das aufsteigende Wasser Klumpen bilden und dann nur ungenau dosiert werden können.

 

Quelle: Tumorzentrum München 

 

Schafgarbe – Ist das Unkraut? Kann das weg?

Schalfgrabe -  Kann das weg? Ernährung und Krebs - Mammakarzinom

Bitte stempeln Sie die Schafgarbe nicht als Unkraut ab! Diese nährstoffreiche Pflanze kann man nicht nur essen, sie hat auch viele positive und heilende Wirkungen auf den ganzen Körper. Und nicht zuletzt dient sie unzähligen Falterarten und anderen Insekten als Nahrungsquelle und unterstützt so die Artenvielfalt der Kerbtierchen.

Der Sage nach hat Achilles die Schafgarbe zur Heilung seiner Ferse verwendet (den Rat bekam er von der Göttin Aphrodite). Daher stammt auch der erste Teil des lateinischen Namens „Achillea millefolium“ . Tatsächlich besitzt die Schafgarbe, äußerlich als wässriger Extrakt bzw. Umschlag angewendet, einen blutstillenden und entzündungshemmenden Effekt. Den zweiten Teil des botanischen Namens verdankt die Schafgarbe ihren eingeschnittenen Blättern. Zählt man die kleinsten Abschnitte zusammen, kommt man auf einige Hundert Blättchen, weswegen die Pflanze auch „Tausendblatt“ oder eben „millefolium“ genannt wird. Die Gewöhnliche Schafgarbe wächst gern auf trockenen Wiesen, Weiden, Schuttplätzen und an Wegrändern.

 
Gesundheit

Die Schafgarbe ist eine der Heilpflanzen mit der ältesten volksmedizinischen Tradition. In China wird sie angeblich bereits seit 4000 Jahren verwendet. Üblich ist die Anwendung in Form von Tees oder Tinkturen aus Blättern oder Blüten bei leichten krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich oder bei Blähungen, leichten krampfartigen Menstruationsbeschwerden sowie bei Leber- und Gallenstörungen.


Die Schafgarbe enthält bis zu 1% ätherisches Öl, das ihr einen charakteristisch aromatischen Duft verleiht. Daneben enthält die Pflanze aus der Familie der Korbblütler Bitterstoffe, aufgrund derer ihr eine appetitanregende Wirkung zugesprochen wird. Dies macht sie unter anderem interessant für den Einsatz bei therapie- und krankheitsbedingter Appetitlosigkeit, wie sie häufig bei Krebspatienten vorkommt. Hier wird das Trinken eines Schafgarbe-Tees 30 Minuten vor der Mahlzeit empfohlen.

Der traditionelle Einsatz als Heilkraut basiert unter anderem auf der antioxidativen bzw. entzündungshemmenden Wirkung der Schafgarbe. Diese Eigenschaften der Pflanze konnten mittlerweile in Laborstudien belegt werden und sind gleichzeitig Ausgangspunkt weiterer Forschungsaktivitäten, da antioxidative und entzündungshemmende Substanzen zwei wesentlichen Ursachen von Krebs entgegenwirken. Bereits vor circa 10 Jahren konnten erste Hemmstoffe für Tumorzellen aus der Schafgarbe identifiziert werden. Derzeit untersucht man, um welche Mechanismen es sich hier genau handelt. Alle Ergebnisse in diesem Bereich beruhen auf Zell- oder Tierversuchen und sind noch nicht auf den Menschen übertragbar. Sie geben allerdings Hinweise auf das Potential der Schafgarbe.

 
Ernährung

Die jungen Blätter und Blüten werden in der Küche beispielsweise als Gewürzkraut für Kräuterquark, -butter, -brote sowie für Gemüse, Suppen, Aufläufe und als Salatbeigabe verwendet. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die bekannte Gründonnerstagssuppe enthält neben Beifuß, Brennnessel, Brunnenkresse, Gänseblümchen, Gundelrebe (Gundermann), Löwenzahn, Spitzwegerich und Wiesenkerbel auch Schafgarbe. Ihr intensiver Geschmack wird als herb-leicht scharf bezeichnet, weswegen man sie eher in kleineren Mengen beimischt und die älteren, würzigeren Blätter lieber trocknet und für Tees verwendet. Freuen Sie sich schon auf unsere Tipps zum Wildkräutersammeln und auf passende Rezepte in der nächsten Woche.

 

Quelle: Tumorzentrum München

 

Kurkuma (Curcuma longa L.) und die Goldene Milch

Kurkuma (Curcuma longa L. ) und Krebs - Einnahme von Kurkuma bei Krebs

Kurkuma oder Gelbwurz zählt zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae) und ist im südostasiatischen Raum beheimatet, wird jedoch auch in anderen tropischen Gebieten angebaut. In Asien dient die Kurkuma-Wurzel seit über 2000 Jahren als Gewürz-, Heil-und als intensives gelb-oranges Färbemittel von Kosmetika, Stoffen und Lebensmitteln. In unseren Breitengraden ist Kurkuma vor allem als Bestandteil des Currys bekannt. Aber auch in der Naturheilkunde – einschließlich der komplementärmedizinischen Onkologie – findet Kurkuma immer mehr Beachtung.

 

Kurkuma und die Gesundheit

Kurkuma wird traditionell in der asiatischen Medizin zur Verbesserung der Durchblutung und Verdauung eingesetzt. Kurkumaextrakte werden darüber hinaus als Nahrungsergänzungsmittel zur Verbesserung des Gedächtnisses, bei Arthritis und zur Krebsprävention angeboten.

Die medizinisch aktiven Kurkumabestandteile sind Curcuminoide, unter denen das Polyphenol Curcumin im Mittelpunkt der Forschung steht.

Vorklinische Studien legen nahe, dass Curcumin als schwaches Pflanzenöstrogen und nervenzellschützend wirkt . Darüber hinaus lassen sich entzündungshemmende , immunmodulatorische und tumorhemmende/antiproliferative  Effekte nachweisen. Wenn man nun noch bedenkt, dass Curcumin auch Chemo-  und Bestrahlungstherapieverstärkende Wirkungen  hervorrufen kann, lässt sich nachvollziehen, dass Kurkuma/Curcumin bei Patienten mit Tumorerkrankungen zunehmend Anklang findet.

 
Aber…

Wie schon angedeutet stammen die oben genannten Daten zu einer möglichen tumorhemmenden Wirkung des Kurkuma hauptsächlich aus Zell- bzw. Tierversuchen und können nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden. Klinische Studien mit Menschen gibt es bisher noch wenige. Erste Untersuchungen geben dennoch Anlass zur Hoffnung. Die Einnahme von 1 bis 8 g Curcumin am Tag zeigte eine antitumorigene Wirkung.

Kurkuma findet seinen Platz auch jenseits des Zieles, Krebs zu hemmen: In einer kleineren Studie zeigte sich, dass Kurkuma das Auftreten eines so genannte Hand-Fuß Syndroms unter Behandlung mit Capecitabin abzufedern vermag. In einer anderen Arbeit wurde dargestellt, wie bei Patienten mit Dickdarmkrebs durch die Verabreichung von Kurkuma der Ernährungszustand und die allgemeine Lebensqualität verbessert wurde . Und die entzündungshemmende Wirkung von Kurkuma in Form eines Mund-Gels oder von Mundwassers lässt sich offenbar zur Prävention und Behandlung einer chemotherapiebedingten Mundschleimhautentzündung nutzen.

 

Was gibt es bei einer therapeutischen Einnahme von Kurkuma zu beachten?

Die Konzentrationen, die für eine therapeutische Wirkung notwendig sind, übersteigen die in der mitteleuropäischen Küche verwendeten Mengen, selbst wenn man ein- bis zweimal wöchentlich nach asiatischen Rezepten mit Kurkuma kocht. Zudem schwankt der Anteil des wichtigen Curcuminanteils im Gewürzkurkuma beträchtlich. Deshalb sollte Curcumin als Phytotherapeutikum hochdosiert in standardisierten Präparaten eingenommen werden.

Neben der geringen Studienanzahl macht eine geringe Bioverfügbarkeit die Beurteilung der Anti-Krebswirkung von Curcumin schwer. Die Bioverfügbarkeit gibt an, wieviel des mit der Nahrung aufgenommenen Stoffes nach Passage von Darm und Leber letztendlich ins Blut gelangt. Bei Curcumin weiß man, dass lediglich ein sehr geringer Prozentsatz tatsächlich im Körper ankommt. Um seine Kraft besser entfalten zu können, wird Kurkuma häufig durch schwarzen Pfeffer ergänzt. Das darin enthaltene Piperin sorgt für eine bessere Bioverfügbarkeit von Curcumin. Neuere Entwicklungen wie das „Mizellen-Kurkuma“ verbessern zusätzlich die Bioverfügbarkeit und haben den Vorteil, dass auf Piperin (das bei empfindlichen Personen die Darmschleimhaut reizen kann) und die Einnahme von bis zu 6 Kapseln Kurkuma verzichtet werden kann (nur 2 – 3 Kapseln täglich). 

 

Hochdosiertes Kurkuma – gibt es auch Gegenanzeigen?

Die Einnahme von höher dosiertem Kurkuma bei östrogenrezeptorpositiven Karzinomen war  Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen: Die einen raten eher ab, da einzelne Zellversuche eine östrogenartige Wirkung von Curcumin belegten. Spätere Untersuchungen konnten jedoch nicht erhärten, dass diese Effekte problematisch wären.

Es ist bekannt, dass Curcumin die Cytochrom-P450-Enzyme beeinflusst und daher mit einer Vielzahl von Arzneimitteln, die über CYP-450 Enzyme verstoffwechseln, in Wechselwirkung treten können. Sowohl die Chemotherapeutika Cyclophosphamid und Doxorubicin wie auch „Blutverdünner“ auf Basis von so genannten Vitamin K Antagonisten zählen zu solchen potentiell problematischen Substanzen.

 
Auch Personen, die zu Nierensteinen neigen, sollten bei hohen Mengen Kurkuma Vorsicht walten lassen.

Fazit: Insbesondere Tumorpatienten sollten sich vor der Einnahme höher dosierter Kurkumapräparate kompetent beraten lassen und ihre behandelnden Ärzte über die Einnahme informieren.

 

Zurück in die Küche: Die Goldene Milch (Haldi Ka Doodh)

Wer Kurkuma nur zur allgemeinen Gesundheitsförderung nutzen möchte, hat in dem heute als „Goldene Milch“ oder auch Kurkuma-Latte bekannten Getränk eine Alternative. Die Goldene Milch entstammt eigentlich der ayurvedischen Heilkunst und wird schon seit Jahrtausenden für seine kräftigende Wirkung geschätzt. Namensgebend ist die tiefe orange-gelbe Färbung, die die Hauptzutat Kurkuma dem Getränk verleiht.

 
Kardamom, Ingwer, Ajowan (indischer Kümmel), Fenchel, Zimt sowie Pfeffer sind weitere Bestandteile der Goldenen Milch und ergeben in Kombination eine wohlschmeckende Rezeptur. Zu den Heilwirkungen von Ingwer lesen Sie hier weiter. Schwarzer Pfeffer erhöht nicht nur die Bioverfügbarkeit von Curcumin, er spielt auch eine zentrale Rolle in der Ayurveda-Bewegung und wird dort wegen seiner hohen Konzentration an Antioxidantien und seiner entzündungshemmenden Wirkung als eine der wichtigsten Heilpflanzen gepriesen. Zimt und Kardamom verleihen dem Getränk ein blumig-süßes Aroma, das diese Mischung zu einer schmackhaften Alternative zu Kaffee, Tee oder heißer Schokolade macht.

 
Zubereitung

Da die Gewürze sehr intensiv sind, reicht schon ein Teelöffel pro Tasse Milch aus – vorausgesetzt man greift auf ein fertiges Pulver zurück. Fügt man zusätzlich einen Teelöffel Kokosöl hinzu, wird das schwer wasserlösliche Curcumin besser vom Körper aufgenommen. Die Gewürze werden zusammen mit der Milch und dem Öl kurz aufgekocht und ziehen dann ca. 5 Minuten bei kleiner Hitze, damit sich das Aroma optimal entfalten kann. Bei Bedarf kann auch noch etwas Kokosnussblütenzucker zum Süßen hinzugegeben werden.

 

Quelle: Tumorzentrum München 

 

Alltagspraktische Achtsamkeit

Yoga und Entspannung bei Krebs- Seelische Balance finden

Voller Stolz schaue ich auf mein neues Hochbeet, endlich schieben sich die ersten Karottenpflänzchen durch die Erde. Behutsam jäte ich, um die kleinen Sprösslinge nicht mit auszureißen und anschließend noch sanft zu gießen. Ich kann die Hektik und den Alltagsstress, der mich sonst so im Griff hat, außen vorlassen und werde durch den achtsamen Umgang mit meinen Pflanzen auch mit mir ganz achtsam. Eine neue Erfahrung für mich, die sich sonst mit Entspannungsmethoden eher schwertut, zu schnell schalte ich den Kopf ein: was ich noch alles erledigen müsste – sofort oder besser eigentlich schon gestern.

 

Diese positive Wirkung meines „Gartelns“ beruht laut dem Neurowissenschaftler und Psychologen Stan Rodski, der zur achtsamen Wirkung von Hobbies geforscht hat, auf drei Elementen: der Wiederholung eines vertrauten Bewegungsablaufes, dem positiven Gefühl des Schöpfens eines wahrnehmbaren Ergebnisses und der Kontrolle Beginn und Ende bestimmen zu können. Laut seiner Studien sind Hobbies wie Gärtnern, Stricken oder auch Puzzlebauen ein sehr guter Zugang zur achtsamen Lebensweise, die sehr einfach im Alltag umzusetzen ist.

 

Was ist Achtsamkeit?

Übungen zur Achtsamkeit, zählen neben Yoga oder autogenem Training zu den klassischen Methoden der Entspannungsverfahren, die ermöglichen das „psychische Wohlbefinden zu steigern, Bewältigungsfähigkeiten zu stärken, die Differenzierungsmöglichkeiten körperlicher Wahrnehmung sowie die generelle Lebensqualität (…) zu verbessern.“ .

Achtsamkeit bedeutet laut dem derzeitigen Dalai Lama, dass wir ganz bei unserem Tun verweilen, ohne uns ablenken zu lassen. Der Begriff der Achtsamkeit ist kein Phänomen der Neuzeit, sondern ein sehr altes Konzept. Die Wurzeln der Achtsamkeit liegen vor allem im Buddhismus, dort wird diese besondere Form der Achtsamkeit zur Meditation eingesetzt. Der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn gilt als Gründer der modernen Achtsamkeitspraxis. Er lehrte an der University of Massachusetts und entwickelte Ende der 1970er Jahre das medizinische Achtsamkeitstraining MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction), was soviel wie Stressbewältigung durch Achtsamkeit bedeutet.

 

Achtsamkeit für Krebspatienten

Dieses achtwöchige Training nach Kabat-Zinn ist in der psychoonkologischen Forschung am besten auf seine wissenschaftliche Wirksamkeit untersucht insbesondere auch auf seine einfache und gute Anwendbarkeit.

Es ist daher belegt, dass Achtsamkeitstraining „bei Krebspatienten Entspannung begünstigt, psychosoziale Aspekte der Lebensqualität verbessert, krankheitsbezogene Belastungen reduziert, (Rezidiv-) Angst, Fatigue, Schlafstörungen und krebsspezifische Folgeerkrankungen abschwächt sowie eine positive Veränderung immunologischer Funktionen“ bewirkt.

 
Achtsamkeitseinheiten mit Atem-, Körper- und Meditationsübungen werden daher in vielen Reha-Einrichtungen vermittelt bzw. von Beratungsstellen oder Psycho-Onkologen empfohlen, um Patienten bei ihrer Genesung und Krankheitsbewältigung zu unterstützen. Sie haben zusätzlich einen „stabilisierenden Effekt zumal die Patienten erleben, dass sie selbst etwas für sich tun können und sich somit nicht so ohnmächtig und ausgeliefert fühlen“.

 

Sicherlich gibt es auch in Ihrer Nähe die Möglichkeit, Kurse zur Achtsamkeit zu besuchen z. B. über eine Volkshochschule oder eine andere Bildungseinrichtung. Sie vermitteln eine gute Grundlage und bewirken oft, dass Achtsamkeit allmählich ein fester Bestandteil im Alltag werden kann.

Doch auch ohne einen Kurs kann allein der Versuch, sich alltäglichen Dingen achtsam zu widmen, ein erster Schritt sein, sich zu entschleunigen und Kraft zu tanken.

So werde ich in ein paar Wochen meine Karotten freudvoll ernten und sie achtsam genießen, mit voller Aufmerksamkeit, genussvoll kauend ohne Gedanken an die Herausforderungen des Alltags.

 

Quelle: Tumorzentrum München