Krebspatienten im Supermarkt - Richtige Lebensmittelauswahl bei einer Krebserkrankung

  

 

Gesunde Lebensmittelauswahl

 Empfehlenswerte Ernährung für Krebspatienten

Meistens entscheidet der Einkauf darüber, was es in den nächsten Tagen zuhause zu Essen gibt. Das reichliche Angebot und die Vielfalt der Waren überfordert schnell und bringt einen leicht dazu, unüberlegt einzukaufen. Erstellen Sie sich daher zuhause eine Einkaufsliste, damit Sie Ihre Lebensmittel gezielt besorgen können. Bevorzugen Sie frische Lebensmittel. Es gibt auch durchaus empfehlenswerte Tiefkühlwaren, jedoch müssen Sie dabei auf die Zutatenliste schauen (Gehalt an Zucker, Fett und Kalorien). Falls Sie nicht wissen, welche Produkte Sie einkaufen müssen, da Sie bereits an gewissen Nebenwirkungen der Krebstherapie leiden, finden Sie unter dem Bereich "Allgemeine Ernährungsempfehlung bei einzelnen Nebenwirkungen", Tipps und Produkte, um die Nebenwirkungen zu mindern.

Bei Krebspatienten ist es sehr wichtig, einen Mangel an bestimmten Nahrungsbestandteilen und somit einen ungewollten Gewichtsverlust zu vermeiden. Damit das Immunsystem gut funktioniert, ist eine Kost mit vielen Mikronährstoffen wichtig.

 

Empfehlenswerte Ernährung

Ausgewogene Lebensmittelauswahl bei Krebs -  Die richtige Ernährung bei Krebs

 

Eine gesunde und schmackhafte Kost ist bei einer Krebserkrankung und zur Vorbeugung von Krebs zu empfehlen. Dabei ist es wichtig, einige Grundsätze zu beachten, jedoch ist es nicht notwendig, eine sehr strenge Diät zu machen. Wichtig ist es, dass Ihre Ernährung zum einen Ihre Wünsche und Vorlieben (falls möglich) berücksichtigt und individuell auf Ihre derzeitige gesundheitliche Situation abgestimmt ist. Die Ernährung dient dazu, dem Körper alle wichtigen Nährstoffe und Kalorien (Energie) zu geben, um ihn bei dem Abwehrkampf gegen den Krebs zu unterstützen.

Die moderne „westliche“ Ernährung mit viel Fett, Zucker, übermäßigen Salzverzehr, Fastfood-Produkten (Döner, Pizza, Bratwurst, Hamburger, Fetten Backwaren, Pommes etc.) Alkohol und Energie sowie wenigen pflanzlichen Lebensmitteln begünstigt das Auftreten vieler Krebserkrankungen sowie zahlreicher anderer Erkrankungen. Daher ist bei den Patienten meistens eine Umstellung der Ernährung notwendig. Hingegen ist der Ballaststoffverzehr bei vielen Menschen zu niedrig, da sie zu wenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen.

Eine empfehlenswerte Ernährung für Krebspatienten sieht sehr variabel aus. Sie zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Essen Sie möglichst viele pflanzliche Lebensmittel (Obst, Gemüse), am besten häufiger am Tag (fünf am Tag).
  • Essen Sie vielseitig, ausreichend Getreideprodukte und Kartoffeln.
  • Essen Sie Vollkornprodukte, Vollkornreis und Vollkornnudeln anstatt Weißbrot etc. Dadurch erhalten Sie eine gute Versorgung mit Ballaststoffen.
  • Essen Sie regelmäßig Fisch: ein- bis zweimal pro Woche, davon wenigstens einmal fettreiche Sorten wie Lachs, Hering oder Makrele. Fische liefern günstige Fette und Eiweiß.
  • Schränken Sie den Verzehr von Fleisch ein (vor allem Fleischprodukte wie Wurstwaren). Geflügel ist generell günstiger als rotes Fleisch von Rind, Schwein und Lamm. Bedachtsamer Fleischverzehr trägt zur ausreichenden Eiweiß- und Nährstoffversorgung bei.
  • Falls Sie nicht an einer Mangelernährung leiden, bevorzugen Sie fettärmere Speisen und Lebensmittel. Verzichten Sie soweit es geht auf Schokolade und andere Süßwaren, diese bestehen hauptsächlich aus Fett und Zucker.
  • Vermeiden Sie fett- und zuckerreiche oder salzreiche Zubereitungsformen. Bevorzugen Sie pflanzliche Fette wie z. B. Rapsöl, Olivenöl, Leinöl.
  • Trinken Sie ausreichend, verzichten Sie auf zuckerhaltige Getränke. Viele Fruchtsäfte enthalten überwiegend Fruchtaromen und Zucker, verzichten Sie auch auf diese.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Ein gelegentliches Gläschen dürfen Sie aber genießen.
  • Um wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten, bereiten Sie Ihr Essen schonend zu.
  • Nehmen Sie nur bei tatsächlichen Defiziten oder bei einer Mangelernährung Nahrungsergänzungsmittel ein. Sprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt ab.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Gewicht. Bei Untergewicht ist eine Gewichtszunahme anzustreben. Bei Übergewicht kann u. U. eine Gewichtsabnahme in Betracht gezogen werden.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Mehr dazu finden Sie im Bereich Trainings- und Bewegungstherapeut.
  • Falls Sie Probleme bei der Ernährungsumstellung haben, wenden Sie sich frühzeitig an einen Ernährungsberater. Viele Berater bieten online und telefonische Beratungsgespräche an.

 

Wirkung einzelnen Lebensmittel auf den Verdauungsprozess

 

 

Obst:

Eingeweichtes Trockenobst (außer Rosinen); Pflaumen

Gemüse:

Frisches, rohes Gemüse (Zwiebeln, Kohlsorten, Bohnen, Spinat, Hülsenfrüchte, Sauerkraut)

Getreide:

Vollkornbrot; Mais (gekochte Körner oder als Grieß); eingeweichtes Getreideschrot (grob zerkleinerte Körner); gekochte Getreidekörner; Weizenkleie

Milchprodukte:

(Butter-)Milch; Milchzucker (Milch und Frischkäse enthalten mehr Milchzucker als Sauermilch und gereifter Käse); Joghurt

Getränke:

Alkohol- u. koffeinhaltige Getränke, z. B. Bier o. Kaffee; Sauerkrautsaft.

Sonstiges:

Zuckeraustauschstoffe; scharf gebratene und gewürzte Speisen; scharfe Gewürze wie Chili, schwarzer Pfeffer, Paprika

Obst:

Bananen; geriebene Äpfel und Möhren; Rosinen (ungeschwefelt); Heidelbeeren

Gemüse:

Sellerie; gekochte Möhren

Getreide:

Weißbrot (alt); Trockengebäck; Knäckebrot; Zwieback; (Schmelz-)Haferflocken;

Geschälter Reis; Teigwaren; gekochte Kartoffeln

Milchprodukte:

Gekochte Milch; trockener Käse; Hartkäse

Getränke:

Schwarztee (mindestens 4 Minuten gezogen); Rotwein; Rote-Bete-Saft; gekochter Kakao; Heidelbeersaft

Sonstiges:

Kokosflocken; geriebene Nüsse; Schokolade; Kakaopulver

Aus welchen Bestandteilen setzt sich unsere Nahrung zusammen?

 

Unsere Nahrung setzt sich aus Makro- und Mikronährstoffen zusammen. Bei Makronährstoffen handelt es sich um Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß. Von diesen Nährstoffen benötigt unser Körper große Mengen. Die Stoffe können im Körper direkt in Energie umgesetzt und somit verbraucht werden. Aus diesem Grund werden Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße auch als Energielieferanten bezeichnet. Unter Mikronährstoffen versteht man Vitamine und Mineralstoffe (Mengen- und Spurenelemente). Davon werden nur kleinste Mengen benötigt.

Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Wasser, Vitamine und Spurenelemente sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Stoffwechselprozesses.

 

Eine wichtige Energiequelle sind Kohlenhydrate. Diese liefern pro Gramm 4,1 Kilokalorien (kcal). Dabei unterscheidet man zwischen drei Gruppen von Kohlenhydraten.

Einfachzucker (Monosaccharide):

Fruchtzucker (Fruktose), Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose).

Zweifachzucker (Disaccharide):

Milchzucker (Laktose = Glukose + Galaktose), Malzzucker (Maltose = Glukose + Glukose) und Haushalts-/Rüben- oder Rohrzucker (Saccharose = Glukose + Fruktose).

Mehrfachzucker (Polysaccharide):

Stärke (Amylose, Amylopektin, Glykogen = Speicherform der Glukose), komplexe Kohlenhydrate kommen in Kartoffeln, Gemüse, Hülsenfrüchten sowie (Vollkorn-)Getreide vor.

Ballaststoffe:

Weitgehend unverdauliche Ballaststoffe. Dazu gehören Cellulose, Hemicellulose, Pektine, ß-Glukane, Lignin und resistente Stärke. 30 g Ballaststoffe täglich werden von der deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Ernähren Sie sich daher von ballaststoffreichen Lebensmitteln.

  • Vollkornnudeln

  • Naturreis

  • Hülsenfrüchte

  • Kartoffeln

  • Obst

  • Gemüse

  • Salate

Eiweiß ist bei dem Aufbau von Körpergewebe, Enzymen, Hormonen und Immunstoffen beteiligt und stellt einen Grundbaustein in jeder Zelle dar. Ein Eiweißmangel zeigt sich durch eine verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, eine Reduzierung von Muskelmasse, verringerte Enzymaktivität und einer geschwächten Immunabwehr. Unterschieden wird dabei zwischen tierischem und pflanzlichem Eiweiß. Ein Gramm Protein liefert dabei 4,1 kcal. Am Tag sollt dies ca. 15 bis 20 % der täglichen Energieaufnahme ausmachen. Ein Erwachsener benötigt pro Kilogramm ca. 0,8 Gramm Eiweiß. Ein 100 kg schwerer Mann benötigt daher ca. 80 g Eiweiß pro Tag. Bei Krebspatienten steigt der Proteinbedarf meistens auf 1 bis 1,5 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.

Biologische Wertigkeit:

Steigt, falls verschiedene pflanzliche Proteine miteinander und/oder mit tierischem Eiweiß kombiniert werden. Tierisches Eiweiß ist in Eiern, Fisch, Geflügel, Fleisch und Milchprodukten enthalten. Pflanzliches Eiweiß ist in Getreide, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Reis und Nüssen enthalten. Optimale Kombinationen sind beispielsweise Kartoffeln mit Rührei, Bohnen mit Mais, Pellkartoffeln mit Quark, Vollkornbrot mit Quark/Käse oder Kartoffeln mit Bohnen.

Fett ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt und zudem ein wichtiger Energiespender. Fette enthalten mit 9,3 kcal pro Gramm viel mehr Energie als Eiweiße und Kohlenhydrate. Fett besteht aus Glyzerin und Fettsäuren (FS). Man unterscheidet dabei zwischen gesättigten sowie einfach und mehrfach ungesättigten FS. Fett sollte dabei 25 bis 30 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Je ein Drittel sollte dabei auf gesättigte, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren entfallen.

  • gesättigte FS: Butter, Fleisch- und Wurstwaren, Sahne, Käse.
  • einfach ungesättigte FS: Oliven-, Raps- und Erdnussöl, Avocados.
  • mehrfach ungesättigte FS: fettreiche Fische, Sonnenblumen-, Distel-, Kürbiskern-, Walnuss- und Sojaöl, Margarine, Nüsse. Dazu gehören auch: Omega(ω)-3-FS in Kaltwasserfischen, grünes Blattgemüse und Omega(ω)-6-FS in Getreidekeimölen.

Fette sind Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Besonders viel Vitamin E ist in kaltgepressten pflanzlichen Ölen wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Distelöl und Maiskeimöl enthalten. Gekennzeichnet sind diese Öle durch: „nativ“, „1. Pressung“ oder „vergine“. Bei wärmebehandelten Ölen geht ein Großteil des Vitamins verloren, da das Vitamin E nicht hitzestabil ist.

Vitamine und Mineralstoffe werden nur in sehr kleinen Mengen vom Körper benötigt, sind jedoch für den Körper als Bau-, Regel-, und Wirkstoffe enorm wichtig. Zum Teil wirken sie als Antioxidantien oder Radikalfänger, welche freie Radikale neutralisieren und damit unschädlich machen. Hochreaktive Verbindungen, die im Körper Zellwände und die Erbsubstanz schädigen können, werden als freie Radikale bezeichnet. Freie Radikale entstehen bei jedem Menschen durch Stoffwechselvorgänge im Körper oder können auch durch Umwelteinflüsse aufgenommen werden.

Eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Milch und Milchprodukte, Nüsse, Samen und Vollkornerzeugnissen sorgt für eine ausreichende Zufuhr an Mikronährstoffen.

Bei Vitaminen unterscheidet man zwischen wasser- und fettlöslichen Vitaminen. Die Vitamine A, D, E und K können nur mit der Hilfe von Fetten im Körper aufgenommen und transportiert werden. Die Vitamine können vom Körper gespeichert werden, wasserlösliche Vitamine müssen hingegen regelmäßig dem Körper zugeführt werden. Achten Sie bei der Lagerung und Zubereitung auf die Beschreibungen, da Vitamine teilweise hitze-, licht- und oxidationsempfindlich sind.

Sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln befinden sich Mineralstoffe und Spurenelemente. Bei Mineralstoffen und Spurenelementen handelt es sich um lebensnotwendige anorganische Substanzen. Zum Beispiel: Eisen, Fluor, Jod, Magnesium, Kalium, Kalzium und Selen.

Mineralstoffe benötigt der Körper zum Aufbau (z. B. der Knochensubstanz) wie auch zur Aufrechterhaltung seines Gleichgewichts (z. B. zur Regulierung des Elektrolythaushalts).

Einem gesunden Menschen stehen in der Regel genügend Mineralstoffe durch ausgewogene Ernährung zur Verfügung. Aufgrund von Belastungen und Krankheiten kann es zu einem erhöhten Bedarf kommen, der sowohl durch eine gezielte Lebensmittelauswahl als auch durch die Einnahme von Mineralstoffpräparate ausgeglichen werden kann. Die Einnahme zusätzlicher Mineralstoffpräparate (Supplemente) sollte während Ihrer Krebstherapie immer mit Ihrem Arzt abgesprochen werden.

Durch besondere Belastungen und Krankheiten kann ein erhöhter Bedarf entstehen, der durch eine gezielte Lebensmittelauswahl (z. B. Magnesium, Selen, Zink oder Vitamin E durch vollwertige Getreideprodukte) ausgeglichen werden kann. Die Einnahme zusätzlicher Mineralstoffpräparate (Supplemente) sollte – gerade während einer Krebstherapie – immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Unter sekundären Pflanzenstoffen versteht man eine Gruppe von ca. 60.000 bis 100.000 Substanzen mit hoher biologischer Aktivität, welche von Pflanzen gebildet werden. Sekundäre Pflanzenstoffe werden als Farbstoffe, Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten, Wachstumsregulatoren sowie als Aroma- oder Duftstoffe gebildet und können für den Menschen eine Vielzahl von gesundheitsfördernden Wirkungen haben. Es wird beispielsweise vermutet, dass einige dieser Substanzen eine hemmende Wirkung auf Zellen haben, deren Erbinformation durch eine krebserregende Substanz geschädigt wurde.

Mittelmeerkost

Die klassische Mittelmeerkost hat nach derzeitigem Kenntnisstand eine gewisse vor Krebs schützende Wirkung und ist zudem für Krebspatienten gut geeignet. Hauptbestandteile der Mittelmeerkost sind Gemüse, Obst und relativ wenig Fleisch. Olivenöl ist dabei das Speiseöl, welches am häufigsten verwendet wird. Die klassische Mittelmeerkost ist heute kaum noch zu finden. In den Mittelmeerländern gleicht sich die Ernährung immer stärker der westlichen Kost an. Achten Sie daher auf eine gesunde Lebensmittelauswahl.

 

Mittelmeerkost bei Krebs - Produkte und Zubereitung während der Krebstherapie
Weißes Fleisch bei Krebs -  Eiweiße -  Fette - Kohlenhydrate

 

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